Dienstag, 22.08.2017
Andreas Dorau & Gereon Klug

“Ich bin der Diener seiner Geschichte.”

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Man hatte sich gerade daran gewöhnt, Andreas Dorau immer öfters mit Sven Regener an seiner Seite zu sehen. Mal versteckt beim heimlichen Spaziergang in Hamburg oder Berlin, mal ganz selbstbewusst und öffentlich auf der Bühne. Doch plötzlich steht auf den Plakaten ein anderer Name neben dem Imprint Dorau: Gereon Klug.
Kaput hat vor den anstehenden Shows der beiden nachgefragt, was denn da Sache ist. 

Gereon, bist du nun ganz offiziell der Nachfolger von Sven Regener an der Seite von Andreas?
Nein, das läuft parallel: ich mache die Lesungen, wo Sven nicht kann, es gibt aber auch noch welche mit ihm. Mit Herrn Dorau fühlt sich das gut an! Er übernimmt die Rolle des Sidekicks – und ich auch. Wenn ich in seinem eigenen Leben abschweife, führt er mich stets wieder konsequent auf den Pfad. Ich bin der Diener seiner Geschichte.

Was hat man denn programmatisch zu erwarten, der Abend läuft ja unter dem Motto von Andreas Buch „Ärger mit der Unsterblichkeit“ – geht es wirklich nur um ihn?
Natürlich!! Er ist ein Zwei-Hit-Wunder, Kinderstar, Ein-Film-Macher, Kunsttyp, Lyriker, Wolf im Schafspelz, moderner Naiver, Nichtsänger, Mythos, Playback-Mann, Ärgerpatient, Avantgardist, Rampensau (nur beim Singen), Vermeider, Anti-Hippie und zugleich Anti-Punk, internationaler Popstar, Kassengift, Antipode, Pastorensohn und ausgebuffter Saukerl. Da kann ich nicht mithalten. Zwei Stunden verstecke ich also meinen Neid, wenn ich die Erinnerungen des neben mir Stehenden vortrage.

Im Repertoire von Handlungsreisenden wie euch gibt es ja den Fix-Punkt, extra auf die jeweilige Stadt zugeschnittene Geschichten einfließen zu lassen. Ich weiß, es ist viel verlangt, aber erzähl uns doch schon mal deine zu Köln.
Neulich las ich selber ich im KOMPAKT-Laden, der schönen Galionsfigur dieses unfassbaren internationalen Imperiums und ich entdeckte das Andreas Dorau-Fach. Ich schmuggelte einen Dorau-Bootleg, das Vinyl von “NEU”, drunter – den hatte ich zufällig dabei. Und nun freue ich mich jetzt an der Vorstellung, dass diese Platte jemand kaufen will, die Tresenfachkraft die Platte aber gar nicht im System hat. Ich fühle mich subersiv und schlau.

Als Betreiber des Hamburger Plattenladens Hanseplatte sowie als Autor von „Low Fidelity“ prägt ja eine hohe Affinität zu Schallplattenläden dein Leben. Gehörst du denn auch zu den tourenden Künstlern, die immer in jeder Stadt in die lokalen Schallplattenläden rennen? Und wenn dem so ist, ohne welchen geht es denn in Köln gar nicht für dich?
Früher habe ich, da ich meine Jugend in Siegen verbrachte, bei Saturn meine Platten gekauft. Die hatten sogar Fächer für Peter Brötzmann und sonderbarste freie Musik! Dann ging ich gerne zu “Music Works”, den Reggae-Laden von Gerd Gummersbach, der seine Anhörstation mit den goldenen Worten “Lift benutzen! Kool Herc tut es auch!” beschilderte. Heute geht man zu Parallel, zu Groove Attack und zu a-Musik. Oder welchen übersehe ich? Sagt es mir!

Nein, du bist bestens informiert. Wir freuen uns auf Dienstag. 

 

Andreas Dorau & Gereon Klug in action:
24.11.2015, Köln, Gloria
02.12.2015, Heidelberg, Karlstorbahnhof
13.1.2016, mainz, Frankfurter Hof

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