Samstag, 18.11.2017
Volker Bertelmann über sein Approximation Festival

Klare Linien und Meinungen

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Volker Bertelmann über sein Approximation Festival: “Ein Spiel mit dem Möglichkeiten und Optionen” l (Photo by Thomas Venker)

Mit seinem 2005 gegründeten Approximation Festival geht es dem Komponisten und Pianisten Volker Bertelmann (Hauschka) darum, “unerhörte Spielweisen” auf dem Piano miteinander in Beziehung zu setzen. Stilistische Grenzen kennt der Düsseldorf dabei keine, experimentelle Sounds finden sich gleichermaßen im Programm wie akademische und popistische Ansätze. 

Volker, wie sehr prägt deine eigene Künstlerexistenz denn die Ausgestaltung des von dir initiierten und kuratierten Approximation Festivals? Ist es sozusagen so strukturiert, wie du dir dein Traumfestival vorstellst?
Volker Bertelmann: Es gibt kein Traumfestival, denn jedes Festival hat Vor- und Nachteile. Aber es gibt einige Festivals in Holland, die ganz wundervoll und vor allem liebevoll gemacht sind. Ich empfinde Festivals immer als ein Treffen von Menschen, denen man neue Platten vorspielt, und die dann nach Hause gehen und sich am nächsten Tag die Musik kaufen. Das ist ideal.

Gibt es Festivals, die dir als Leitbild dienten?
Festivals wie Into the great wide open auf der holländischen Insel Vlieland oder auch das Haltern Festival empfinde ich als mit Liebe gemacht. Es gibt dort eine tolle Mischung zum entdecken.

Wie hat man sich denn Prozess der Programmgestaltung vorzustellen? Sprichst du die Einladungen erst aus, wenn quasi das gesamte Programm im Kopf steht? Wie wichtig ist die Gesamtkonstellation für die Einzelbookings?
Ich habe natürlich Wunschkandidaten, aber oft sind sie schon woanders gebucht oder arbeiten an etwas anderem. Es ist immer ein Spiel mit dem Möglichkeiten und Optionen. Ich mache jedes Jahr eine lange Liste und telefoniere diese ab  – manchmal klappen alle Wünsche und manchmal nicht – und dann kommt auch noch das Budget ins Spiel, denn man sollt natürlich im Budget bleiben.

Hauschka09Volker, könntest du zu jedem der auftretenden Künstler sagen, was du an ihm schätzst?
Joep Beving: Ich habe Joep in Amsterdam getroffen und fand ihn sehr sympathisch. Mir gefiel die Idee, den Freitag mit einem Solo-Piano-Set anzufangen super.

Daniel Brandt – Daniel ist ein Teil der Band Brandt Brauer Frick. Ich habe mit ihm in Köln die “Six Pianos” von Steve Reich aufgeführt. Ich freue mich zu hören, wie sein Solo-Set sich anhört.

Sine Sleeper – Eine junge Band aus Düsseldorf, die ich einmal live im Weltkunstzimmer gehört habe und super fand. Ich habe sie daraufhin gefragt, ob sie etwas mit Piano aufführen können und sie sagten ja. Ich bin gespannt.

Paulo Mesquita – Seine Art präpariertes Klavier zu spielen ist einzigartig. Ich freue mich immer wieder Musiker zu entdecken – Paulo ist ein solcher.

Paul de Jong – Ich war immer schon ein großer Fan von The Books und Paul ist ein wesentlicher Bestandteil der Band. Sein Solo-Set ist voller Poesie und gefällt mir sehr.

Douglas Dare – Ich hab emit Douglas mal ein Konzert auf dem Brighton Festival gegeben und ich fand seine Stimme und die Art seiner Popmusik sehr toll. Mann liebt oder hasst ihn – und dass ist genau das, was wir mehr denn je brauchen: klare Linien und Meinungen. Also ich kann ihn nur empfehlen.

Das Approximation Festival findet am 24. und 25. November 2017 in der Kunsthalle Düsseldorf (
Grabbeplatz 4) statt.
Weitere Infos finden sich auf der Facebook-Seite des Festivals.

 

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