Montag, 21.08.2017
Sabine Minninger / Brot für die Welt

“Die Umweltkosten für jeden Spaß im Leben, den man hat, die sollte man ganz tragen!”

Sabine Minninger / Brot für die Welt (Foto: Thomas Venker)

Sabine Minninger / Brot für die Welt (Foto: Thomas Venker)

Die studierte Geografin Sabine Minninger ist Referentin für Klimapolitik bei Brot für die Welt, dem evangelischen Hilfswerk. Sie sucht in dieser Funktion den Dialog mit der Politik, um die notwendigen politischen Schritte im Umgang mit dem Klimawandel einzufordern und letztlich und vor allem die Agenda für die großen Klimakonferenzen und -gipfel mitzugestalten.

Zuvor arbeitete sie zusammen mit „Atmosfair“, einer Organisation, die Kompensation für Flugemissionen anbietet, also die CO2-Bereinigung des eigenes Flugverhaltens. Ein Service, der so mittlerweile von einigen Anbietern, unter anderem auch von Brot für die Welt mit der „Klimakollekte“ angeboten wird, und der gerade für die Flugintensive Kulturindustrie sehr bedeutsam ist.

Sabine Minninger lebt und arbeitet in Berlin, ist aber in den letzten Jahren quasi permanent im Auftrag der Klimawandelsbekämpfung unterwegs – eine stetige Sisyphusarbeit, angetrieben von der großen Hoffnung, so das Mobilisierungspotential in den Bevölkerungen zu vergrößern, im politischen Betrieb Zustände der Einsicht zu entwickeln und damit den Nährboden für gute Ergebnisse beim so wichtigen Weltklimagipfel in Paris im Dezember zu setzen.

Mit Kaput sprach sie über die großen Fragen des Weltklimas ebenso wie die Ökobilanz von Festivals und die Widersprüchlichkeiten unserer Lebensstile.

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Klimaaktivistinnen, Klimagipfel Kopenhagen 2009 (Photo: Sabine Minninger)

Sabine, du kommst gerade vom G7-Alternativgipfel. Wie hat man sich diesen vorzustellen in Abgrenzung zum G7-Gipfel?
Der G7-Gipfel ist hermetisch abgeriegelt, da kommt man nicht ran. Zivilgesellschaften sind dort, im Gegensatz zu UNO-Konferenzen, nicht erlaubt. Bei den UNO-Klimaverhandlungen, an denen 194 Staaten beteiligt sind, habe ich Beobachterstatus und kann alles verfolgen. Dass das beim G7-Gipfel nicht geht ist aber nicht so schlimm, da ich ja politische Lobbyarbeit betreibe und die Forderung, die wir haben, sowieso im Vorfeld des G7-Gipfels gestellt werden mussten.
Die letzten Wochen habe ich deswegen Positionen verfasst, Pressekonferenzen abgehalten und einige Interviews gegeben und so Forderungen an die Bundesregierung und die G7 platziert. In München beim Alternativen G7-Gipfel habe ich die Forderungen nochmals vor interessierter Öffentlichkeit aus dem linken Spektrum und den Umweltbewegungen mit einer Partnerin aus dem Tschad vorgetragen.

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Slum in Dhaka, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Das heißt man spricht vor Leuten, die bereits für die Thematik sensibilisiert sind und eine ähnliche Haltung haben wie man selbst? Schwingt da dann das Dilemma mit, dass man an die Anderen nicht rankommt?
Ne, denn genau das habe ich im Vorfeld in Berlin gemacht, wo ich an diversen Regierungstreffen mit den Scherpas teilgenommen habe, also mit jenen Personen, die für Deutschland verhandeln. Auf dem G7-Gipfel werden ja verschiedene Themenfelder behandelt, eins davon ist Klima. Da wir davon ausgingen, dass die Bundeskanzlerin das Klimathema recht hoch auf die Agenda setzten würde, haben wir die Gespräche mit all jenen gesucht, die das Thema dort puschen werden, und denen unsere Forderungen auf den Tisch gehauen.

Ganz naiv gefragt: wie bekommt man diese Scherpas als Lobbyist dazu, einem zuzuhören?
Brot für die Welt hat in Deutschland eine seriöse Stimme. Wir werden gehört. Wenn wir sagen, dass wir wozu eine Meinung haben, dann will uns die Bundesregierung zuhören, weil wir breit in der Mitte der Gesellschaft verankert sind. Dasselbe gilt für Oxfam, Germanwatch, Misereor, NABU, BUND, Greenpeace und WWF, die sitzen auch alle immer mit am Tisch. Selten bis nie sind Gruppen vertreten bei diesen Konsultationsrunden der Bundesregierung mit den NGOs, welche eher radikalere Forderungen stellen wie zum Beispiel attac – auf der anderen Seite legen die auch keinen gesteigerten Wert auf den Dialog mit der Regierung. Jeder nimmt eben seine Rolle ein, wobei ich mir manchmal von radikaleren Gruppen dadurch Regierungskuschelei vorwerfen lassen muss. Aber ich vertrete gegenüber der Regierung die Forderung unserer Partnerorganisationen aus den Entwicklungsländern, die es als demokratisches Grundrecht empfinden, von der Regierung gehört zu werden. Natürlich bewegen unsere Forderungen sich im Rahmen dessen, was man einer Regierung auch abverlangen kann – auch wenn das die Regierungsvertreter anders sehen und die radikaleren Gruppen auch.

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UN-Klimasondergipfel von Ban Ki-moon, New York 2014(Photo: Sabine Minninger)

Derzeit verfolgst du die UNO-Klimaverhandlungen für Brot für die Welt, bist also nah dran an den Vorbereitungen des Show Downs in Paris am Ende des Jahres. Wie ist denn aktuell die Stimmung?
Die UNO-Klimaverhandlungen teilen sich auf in einen großen Gipfel, der seit 20 Jahren immer zwei Wochen lang im Dezember stattfindet, und die Zwischenverhandlungen, die notwendig sind, da diese zwei Wochen nicht reichen, um alle Knackpunkte aus dem Weg zu räumen. Die Zwischenverhandlungen finden im Gegensatz zum Gipfel, der immer rotieren muss (jetzt ist er in Paris, dann in Afrika und dann in Asien), meistens in Bonn statt, da hier das Klimasekretariat der Vereinten Nationen angesiedelt ist und das logistisch so am einfachsten zu regeln ist. Sie finden aber auch mal bei der UNO in Bangkok, in Nairobi oder in Panama statt.

In Paris soll zum ersten Mal nach 20 Jahren Klimaverhandlungen ein globales Klimaabkommen vereinbart werden. Das gab es noch nie, da sich bislang immer die Industrieländer alleine verpflichten mussten etwas zu tun, wie im Kyoto Protokoll – und zum Beispiel China, das als Schwellenland zu den Entwicklungsländern gehört, sich bis dato zu keiner Beteiligung bereit zeigte. Das war auch gerecht, die Industrieländer haben den Klimawandel schließlich verursacht und müssen deswegen mehr Verantwortung übernehmen ­- aber jetzt geht es schlichtweg nicht mehr. China hat mittlerweile den höchsten CO2-Ausstoß in der Welt, sie haben die USA überholt, insofern ergibt ein Klimavertrag ohne China keinen Sinn. Wir können das Weltklima nur dann unter der wichtigen 2-Grad-Erwärmungs-Grenze bis Ende des Jahrhunderts halten, wenn alle mitmachen, auch China und Indien, die richtig runterfahren müssen.

Womit du den kritischen Punkt für die Verhandlungen benannt hast.
Genau, deswegen scheitern die immer. Seit 2009 in Kopenhagen, wo man das letzte Mal versucht hat einen Vertrag hinzubekommen, arbeiten wir alle nur auf Paris hin, bereiten die Lösung der ganz großen Gerechtigkeitsfrage vor. China und Indien müssen da mitmachen – aber ohne dass die Industriestaaten sehr hohe Finanzzusagen machen, wird es nicht gehen.

Kopenhagen (Photo: Sabine Minninger)

Kopenhagen 2009 (Photo: Sabine Minninger)

Lass uns mal kurz zu einem eher popistischen Thema kommen – ich habe das Interview im Spannungsfeld aus allgemeinen Fragen zum Klimaschutz und dem Abkommen sowie Musik- und Lebensstilfragen betreffend angelegt. Wir sind vor einigen Jahren ins Gespräch miteinander gekommen, als du erwähnt hast, dass du unter anderem Richie Hawtin dabei hilfst, die korrekte Ökobilanz seiner Flüge zu arrangieren. Vielleicht kannst du mal erklären wie so etwas funktioniert.
Diese Idee, die von einem selbst verursachten Emissionen einzusparen, kam auf, weil die Klimaverhandlungen so schlecht laufen und keine Ergebnisse liefern. Es musste also angefangen werden, andere Initiativen ins Leben zu rufen, nicht nur völkerrechtlich-bindende Abkommen, sondern individuelle Ansätze.
Die Vereinten Nationen können nur Abkommen schaffen auf der Basis des Minimalkonsens, aber niemals den großen Wurf leisten. Die Idee der Flugkompensation kam auf, weil es in diesem Sektor überhaupt nicht möglich war, eine globale Lösung für die Reduktion der Emissionen zu vereinbaren – leider lassen sich diese globalen Emissionen nicht genau einem Land zurechnen. Aber sie lassen sich eben durchaus einer Person zurechnen, nämlich dem Flugreisenden. Wer fliegt hat die Möglichkeit seine Emissionen an einer anderen Stelle in der Welt wieder einzusparen. Nimm das Beispiel eines Fluges von Köln nach New York und zurück, da wird man hin und zurück so circa 3,5 Tonnen CO2 in die Luft blasen– man zahlt dann dafür genau die Kosten, die sich ergeben, um in einem Entwicklungsland wie zum Beispiel Indien einen Dieselgenerator durch Solarenergie zu ersetzen. Man kann die 3,5 Tonnen also einsparen durch den Einsatz von Wind-, Solar-, Wasser- oder Biogasenergie, ebenso werden brennholzsparende Öfen eingesetzt. Hauptsache die Projekte sind auf Energieeffizienz ausgerichtet, nachhaltig und kommen der lokalen Bevölkerung zu Gute, die sich das nicht leisten könnte.

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Größe einer Tonne CO2, Kopenhagen 2009 (Photo: Sabine Minninger)

In der Musikbranche haben sich ja einige sofort hier positioniert, nicht nur Richie Hawtin, auch jemand wie Eddie Vedder von Pearl Jam, der ein Waldstück aufgekauft hat – was eine nette Sache ist, aber damit kann man die Tonnen CO2 nicht kompensieren, aber er war immerhin Vorreiter in Punkto Umweltschutz. Richie Hawtin hat mit seinem Minus-Label hingegen gesagt, dass er jede Tonne konkret einsparen will, die er durch sein DJ-Leben in die Atmosphäre bläst. Er macht das zusammen mit dem seriösen Anbieter Atmosfair, der in Berlin sitzt. Aber auch Brot für die Welt bietet das über die Klimakollekte an. Es geht nur mit Energieeffizienzprojekten, nicht mit Bäume pflanzen, wo man die Tonne Einsparung nicht genau messen kann und niemand weiß, ob der Baum auch morgen noch steht.

Von welchen Summen reden wir denn hier bei jemand wie Hawtin?
Ich weiß nicht, ob er es rückwirkend für die gesamte Karriere gemacht hat oder ob er ab einem bestimmten Zeitpunkt angefangen hat diese aufzulisten. Die Tonnen sind bei seriösen Anbietern generell teuer, da kommt man schon auf einen Preis von 23€ die Tonne – für einen New York Flug würden so dann 82€ anfallen.

Kommt das häufiger vor, dass Künstler das so konsequent angehen?
Ja, es meldeten sich zu meiner Zeit bei Atmosfair öfters Bands und Djs und ließen sich das mal ausrechnen. Eine sehr berühmte Filmproduktionsfirma aus den USA, deren Name wir aber nicht nennen sollten, zahlte viel Geld für die komplette Einsparung ihrer Emissionen. Wenn wir allerdings auf die globalen Belastungszahlen schauen, dann sind die freiwilligen Einsparungsmaßnahmen verschwindend klein. Aber sie haben eine hohe Sensibilisierungskraft in der Bevölkerung. Es ist wichtig, dass das Klimabewusstsein so wächst.

Geht ihr auf all die anderen zu – nehmen wir als Beispiel Berliner Technolabels – und konfrontiert sie mit ihren Zahlen?
Die bewusste Akquise gibt es sowohl bei Atmosfair als auch bei der Klimakollekte– ich selbst mache das jetzt nicht mehr, da ich nun politische Lobbyarbeit leiste. Es ist auch so, dass jemand wie Richie Hawtin tatsächlich sehr viele DJs motiviert hat, sich bei Atmosfair zu melden!

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Klimaverhandlungen in Doha, Katar 2012 (Photo: Sabine Minninger)

Fluglinien bieten einem ja auch die Möglichkeit des Einzusparens an. Hast du da Zahlen, wie viele Leute das freiwillig machen?
Weniger als ein Prozent. Das sind ganz wenige, sehr gut aufgeklärte, sehr umweltbewusste Bürger. Leute, die zum Beispiel am Prenzlauer Berg in Berlin leben, grün wählen und nur Bio einkaufen – und trotzdem haben sie den allergrößten CO2-Fußabdruck, weil sie sehr viel Geld in Flugreisen stecken. Der Anreiz kann ja nicht sein, dass man alles kompensieren kann – die Frage, die man sich stellen sollte, ist doch: Muss ich wirklich fliegen oder kann ich die Bahn nehmen? Muss ich Emissionen erzeugen? Kann ich sie reduzieren? Das sollten die Leitmotive sein, und dann erst, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass sie entstehen, dann sollte man fragen wie man sie kompensieren kann. Das soll kein Freischein sein!

Was mich zur nächsten Frage bringt. Was gehört für dich zur klimafreundlichen Lebensweise: Ökostrom, Müll trennen, korrekt produzierte Kleidung, fleischarme Ernährung…. – und wie bekommt man die privilegierten Hipster dazu, all diese Ansprüche in ihrem konkreten Lebensstil umzusetzen?
Das Thema Nachhaltigkeit fängt im Kopf an. Ich will nicht Leute davon abhalten den Müll zu trennen, das ist natürlich total wichtig. Aber viel wichtiger ist es, alle für die größeren Themen zu sensibilisieren.
Es ist schon die halbe Miete, wenn die Leute ein Bewusstsein dafür besitzen, dass sie mit dem, was sie da tun, der Atmosphäre einen Schaden zuführen – und so die Erkenntnis wächst, dass unser Handeln hier im Norden, nicht nur Auswirkungen auf das Klima sondern auch auf die ärmsten Menschen im Süden hat, die sich nicht vor dem Klimawandel angemessen schützen können.

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Straßenkind in den Slums von Dhaka, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Nun wird es dich erschüttern, aber in einer Stadt wie Köln ist ja Mülltrennung nicht in jeder Wohnung möglich, da es schlichtweg keine Tonnen dafür gibt. Wie geht man als Aktivist / Lobbyist damit um, dass man die Leute für Sachen sensibilisieren will, die Politik aber teilweise gar nicht die Rahmenbedingungen dafür energisch genug durchsetzt.
Genau das meine ich, wenn ich davon spreche, dass das Thema im Kopf anfängt. Die Politik wird nichts machen, die Vereinten Nationen werden nichts machen, wenn nicht der Druck von den Bürgern kommt. Wir haben in Deutschland nur deswegen eine Energiewende, da Fukushima in die Luft geflogen ist und die Bürger hier massiv auf die Straßen gegangen sind, auch ganz normale Leute, nicht nur Linke und Grüne. Dieses permanente Einfordern, dass man ein Recht hat, den Müll zu trennen und deswegen dem Vermieter und der Stadt Briefe schreibt und nervt, ist so wichtig. Eine Freundin von mir hat bei ihrem Lieblings-Italiener in Berlin so lange vegetarisches Essen eingefordert, bis es jetzt drei Gerichte auf der Karte gibt.
Als jemand, der lesen und schreiben kann, muss man die Dinge selbst angehen.

Wir sprechen jetzt von einem aufgeklärten, reflexiven, aktiven Bürger. Nun gibt es aber auch antriebsschwache und ignorante Leute. Deswegen will ich den Blick dann doch mal gen politischen Betrieb richten. Ich verstehe die Polis klassisch griechisch gesprochen ja auch schon als einen Bereich, in dem die Akteure selbst Themen setzen und verfolgen. Sprich der Politiker könnte sich den Umweltschutz auch ohne Agitation auf die Fahne setzen.

Nein. Der Bundestagsabgeordnete wird von Menschen gewählt, die ein Anliegen haben. Er vertritt dieses Anliegen im Bundestag. Wenn die Menschen kein Anliegen haben, dann gibt es keine Agenda. Man sollte also die eigene Politiklethargie überwinden und genau wissen, wen man warum wählt. Wenn man das nicht macht, kann es passieren, dass plötzlich Montag Abends Pediga auf der Straße marschiert und man sich wundern muss, wo die herkommen. Oder dass irgendwelche Entscheidungen getroffen werden, ohne dass sich jemand dafür interessiert. Die Politikverdrossenheit gerade in unserem Lifestyle, die ist ja auch nachvollziehbar: Ein Kasperletheater, wo man sich zu Recht fragt, warum man sich damit abgeben soll. Aber wenn man nicht proaktiv die Dinge im Kleinen einfordert, passiert auch großpolitisch nichts. Für mich ist es daher ebenso wichtig, dass mein Späti Mineralwasser aus der Region im Regal stehen hat.

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Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Nochmals nachgefragt: wir haben keine Politiker mit eigener Agenda?
Die haben alle eine Agenda. Ich kenne keinen Politiker, der faul ist. Aber die reisen alle mit dem Mandat ihrer Wähler an. Ich selbst kenne meinen Abgeordneten nicht persönlich, du bestimmt doch auch nicht, oder? Warum auch. Aber wenn ich wo leben würde, wo man ein neues Braunkohlekraftwerk in meinem Vorgarten plant, dann würde ich mich aus der Not heraus bestimmt mit meinem Abgeordneten an einen Tisch setzen wollen. Solange es uns gut geht, haben wir nicht das dringende Bedürfnis, uns mit Politik auseinander zu setzen.

Worauf ich hinaus will, ist doch der Horizont, der uns allen und auch den Politikern sehr bewusst ist: Klimaerwärmung, steigender Meeresspiegel, Zunahme der klimabedingten Katastrophen…. da müssten die meisten Politiker doch Mandat hin, Mandat her, selbst aktiv werden.
Werden sie auch. Aber sie brauchen das Backing aus der Bevölkerung. Ich nenn dir mal ein aktuelles Beispiel, das schwer am toben ist. Wir wollen, dass Sigmar Gabriel eine Klimaschutzmaßnahme durchbringt, die zur Konsequenz hätte, dass die ältesten Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen, da sie eine Abgabe zahlen müssten, die sie nicht mehr so rentabel sein lassen würde. Wir haben uns mit sämtlichen Umweltverbänden da eingebracht. Wenn wir hier in Deutschland die Energiewende nicht hinbekommen, dann ist das ein fatales Signal für die Welt. Er wurde also unter Druck gesetzt, dass die Drecksschleudern vom Netz gehen. Aber der Mann windet sich und kriegt es nicht hin, weil die Gewerkschaften alles Potential aufgerufen haben und auf die Straße gehen, weil von der Braunkohle anscheinend hunderttausende von Arbeitsplätzen abhängig sind – Schwachsinn, es sind 17.000. Wenn man das mit erneuerbaren Energien vergleicht, dann ist das der Sektor, wo jedes Jahr wesentlich mehr neue Stellen entstehen!

Warum tut er sich so schwer?
Weil er als SPDler es sich nicht mit den Gewerkschaften verderben will. Denn die sagen: „Lass mal schön die Pfoten von den Braunkohlekraftwerken, die wollen wir behalten, da unsere Leute ihre Arbeitsplätze behalten sollen.“ Obwohl ein sozialgerechter Strukturwandel unabwendbar ist, traut er sich nicht – und jetzt kommt die Bundeskanzlerin ins Spiel, Angela Merkel hält sich dezent zurück. Sie äußert sich nicht dazu und lässt Gabriel alleine da stehen. Dafür kämpft sie nicht, denn mit diesem Thema lässt sich politisch kein Blumentopf gewinnen. Aber eine Woche später glänzt sie auf internationalem Parkett, wenn sie mit sehr vielen Staatsministern aus aller Welt, die sie zum Petersberger Klimadialog eingeladen hat, zusammen kommt und verkündet, dass Deutschland nun nicht mehr 2 Milliarden sondern 4 Milliarden EUR jährlich für die internationale Klimafinanzierung auf den Tisch legen wird. Mit Geld international alles gut gemacht, aber die Sache im eigenen Vorgarten sauber zu machen? Nein, das macht sie nicht. Da sieht man sehr gut, wie sich der einzelne Wähler auswirkt.

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Trinkwasserprojekte in den Zyklonberroffenen Sundarbarns, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Stichwort klimafreundliche Festivals. Das andere große Thema im Musikbereich. Was macht die Fusion seit Jahren so richtig? Wieso hinken Melt und Co nach und geben sich nach außen anders? Das sind jetzt nicht meine Fragen und Ableitungen, sondern das habe ich aus Zitaten von dir.
Die Fusion überzeugt mit ihrer konsequenten lokalen Wertschöpfungskette. Da verkaufen nur Leute ihre selbstgekochten regionalen und saisonalen Sachen. Alles ist vegan oder vegetarisch, es gibt kein Fleisch auf der Fusion. Die hatten als erste ein vernünftiges Müllkonzept und haben gegen Pfand Mülltüten ausgeteilt, weil sie sich zum Ziel gesetzt haben, dass das Gelände so verlassen wird wie es vorgefunden wurde.
Wohingegen Melt! mit all den hochkommerziellen Marken, die dahinter stecken, das nicht auf die Reihe bekommt. Man sagt ganz stolz, dass 30% der Produkte aus der Region kommen. Warum ist es nicht möglich, dass es 100% sind.
Da fängt doch das Problem an, das Melt! ist eine Mikroabbildung der globalen Handelsstrukturen. Wenn Melt! es bei seinem kleinen Festival in Gräfenhainichen nicht hinbekommt zu sagen, wir sind jetzt hier im Osten und werden lokale Händler einbeziehen, da wir nicht wollen, dass durch den Transport durch die ganze Republik auch noch ein hoher CO2-Fußabdruck hinterlassen wird, wie soll es denn dann im Großen funktionieren.
Auf meine Nachfrage bei einer Pressekonferenz, warum es nur 30% sind, wurde auf bestehende Verträge verwiesen. Also eine Brauerei aus Westdeutschland, die dann eben von dort anliefert. Zudem hat Melt! bereits durch die Sound- und Lichtanlagen den Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck einer mittelgroßen deutschen Stadt.

Und die Fusion hat?
Das würde mich brennend interessieren. Auf der Fusion wird halt viel weniger Licht eingesetzt, wobei sie natürlich auch laute Musikanlagen haben, aber die sind ja auch nicht so bombastisch groß wie beim Melt!.

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Versalzene Ackerböden als Folge des Klimawandels, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Nun muss man aber Melt! und auch den meisten anderen deutschen Festivals schon attestieren, dass sie sich bemühen. Wieso ist der Rest der Welt noch so weit hinterher? Es wird einem jedes Jahr doch schlecht, wenn man nach dem Glastonbury die Bilder der Zerstörung von dort sieht. Werdet ihr da aktiv? Fahrt ihr hin und beratet?
Absolut, man muss das Melt! auch loben. Sie haben ein lobenswertes, nachhaltiges Transport-Management-System eingeführt – die Leute sollen mit Zug oder per Caresharing kommen. Aber die großen Marken, die beim Melt! in Erscheinung treten und das als Teil ihrer Marketingstrategien machen, die sollten doch Vorbildfunktion besitzen. Doch ihr Publikum ist denen weit voraus. Man könnte hier proaktiv so viel mehr machen.

Was denn?
Man könnte beispielsweise das gesamte Festival kompensieren. Also alle unvermeidbaren Emissionen einsparen.

Was für ein Betrag wäre das?
Ich kann das nicht genau beziffern. Aber lass es mich so sagen: die Umweltkosten für jeden Spaß im Leben, den man hat, die sollte man ganz tragen. Die Umweltrechnung tragen im Moment die ärmsten Ländern und Regionen der Welt: Bangladesch, Vanuatu, Kiribati, die Fidschis… die zahlen für unseren Spaß hier im Norden.

Bietet ihr das an?
In meiner alten Funktion habe ich das beim Melt! tatsächlich mal auf der Pressekonferenz gefragt. Das wurde dann auch nicht beantwortet. Ich habe außerdem gefragt, ob sie es denn gut finden würden, wenn in den politischen Vereinbarungen auch die Emissionen der Musikbranche erfasst würden, also quasi als Teil des Kyoto Protokolls. Die Antwort war, dass man das auf keinen Fall haben und es mit Freiwilligkeit versuchen möchte. Das Kyotoprotokoll erfasst Emissionen aus Sektoren wie zum Beispiel der Zementindustrie, aber nicht die Flugemissionen.

Warum sind denn bitte die Flugemissionen nicht dabei?
Die Europäische Union wollte das angehen, aber die Entwicklungsländer haben das abgelehnt und auch die USA, Kanada und Japan haben sich quer gestellt. Diese globalen Emissionen kann man nicht einem Land zuordnen, so dass die Entwicklungsländer Angst hatten, sie müssten genauso viel Verantwortung tragen wie die Industrieländer – und die USA hat sowieso keine Lust auf Verantwortung. Da wird seit 20 Jahren verhandelt, ohne dass man einen Schritt weitergekommen wär.
Wobei die 10% der Leute aus den ärmsten Ländern der Welt, die schon mal ein Flugzeug von innen gesehen haben, die können das auch bezahlen. Das ist die Elite des Landes.
Wie auch immer, die Musikbranche ist bislang unberührt. Was ich persönlich seltsam finde, da sie sehr aufgeklärte und öko-faire, sensible Kunden besitzt. Auf einem Melt! Festival ist doch per se ein sehr hohes Umweltbewusstsein bei den Besuchern vorhanden, da fehlt eine gewisse Erziehung. Ich habe mir sagen lassen, dass am Ende des Festivals diese billigen Zelte, die man für 19€ kaufen kann, einfach stehen gelassen werden.

Jetzt prügel doch nicht immer auf das Melt! ein, die sind doch nicht die einzigen, wo es Sachen zu kritisieren gibt! Ich hatte in der ursprünglichen Frage ja auch Glastonbury und all die anderen internationalen Festivals mit angesprochen, wo doch sehr viel mehr Dinge im Argen liegen.
Okay, stimmt, das liegt daran, dass ich das Melt! besser kenne als andere Festivals. Ja, die Kritik gilt allgemein für Festivals.

Hast du mal die Bilder gesehen, wie Glastonbury aussieht, wenn die Leute abgezogen sind?
Das ist asozial, richtig asozial – und diese Leute wählen grün, streiten Zuhause mit der Mitbewohnerin, wer ihr Bio-Joghurt gegessen hat und lehnen Fleischkonsum ab – und dann benehmen sie sich auf den Festivals völlig daneben. Da fehlt es an Aufklärung, und da sehe ich die Betreiber zuständig.

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Klimademo, New York 2014 (Photo: Sabine Minninger)

Lass uns mal über Live Earth sprechen, diese Musikevent-Serie, die die Leute für den Gipfel in Paris sensibilisieren soll. Nun sind da ja mit Control Room und Live Nation große Unternehmen aus der Musikbranche dabei. Nicht unbedingt unumstrittene Unternehmen. Pearl Jam haben ja gegen Live Nation Entertainment einst geklagt, da die zum Konzern gehörende Firma Ticketmaster ihrer Meinung nach sich eine unseriöse Monopolstellung geschaffen hatte und viel zu hohe Abgaben verlangte, so dass die Ticketpreise nach Ansicht der Band deutlich zu hoch ausfielen. Das gesagt: wie geht man denn mit solchen Partnern um?
Ich finde das sehr interessant. Man erlebt es ja immer wieder, sei es bei Menschenrechten, Kinderschutz oder Umwelt- und Klimaschutz, viele nutzen dieses Felder als reine Green-Washing-Sache und versuchen sich und ihr Business durch eine Charity-Veranstaltung besser dastehen lassen. Ich bin genau deswegen kein Fan von Charity. Angenommen die Lufthansa sagt, sie finanziert ein Waisenheim in Afrika, das ist Charity, aber wirkliche corporate social responsibility bedeutet, dass man sich verpflichtet, das eigene Unternehmen sauber zu halten. Wenn ich so etwas höre, dass solche Firmen nicht ethisch vertretbar Wirtschaften, dann aber versuchen sich mit so einer Maßnahme clean zu waschen, dann finde ich das nicht gut.

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Klimademo, Kopenhagen 2009 (Photo: Sabine Minninger)

Ich kann dir jetzt nicht en Detail sagen, wie diese Firmen Wirtschaften. Aber klar ist, sie agieren knallhart und verdrängen auf dem Markt. Das ist der Gegenentwurf von einer Kultur der kleinen lokalen Veranstalter.
Wie bei allem sollte man sich auch hier sehr wohl überlegen, wen man als Schirmherr oder Mitträger der guten Sache mit an Bord holt. Es sollte vermieden werden, dass man benutzt wird.

Seid ihr in solche Auswahlprozesse involviert?
Eigentlich nicht, ich mache wie gesagt politische Lobbyarbeit. Wobei wir bei UNO- und Regierungs-Events solche Veranstaltungen wie Live Earth oder auch die Demonstrationen in New York beim Klimasondergipfel letzten September, wo eine halbe Millionen Menschen auf der Straße waren, highlighten. Wir mahnen die Politik, dass egal was sie entscheiden, der Druck nicht geringer wird. So Veranstaltungen wie Live Earth mobilisieren die Menschen – da ist ja auch Al Gore mit an Bord.

Wie hat man sich die wirkliche Rolle von jemanden wie Pharrell Williams vorzustellen, der da Creative Director für Live Earth Road to Paris ist.
Das sind in erster Linie wohl Lippenbekenntnisse. Aber die bringen eben auch schon was. Nimm jemand wie Leonardo DiCaprio, der sehr viel Geld durch seine Stiftung in den Umwelt- und Klimaschutz steckt. Der hat einen der höchsten CO2-Fußabdrücke in der ganzen Welt durch seine Reisen mit dem Privatjet und so, aber dass der Mann der ganzen Welt immer erzählt, dass wir alle Hybridautos fahren müssen, und dass er ein Millionen-Dollar-teures Energieautarkes Apartment in New York besitzt, das bewirkt über die Medien viel, sensibilisiert die Leute.

Al Gore (Photo: Sabine Minninger)

Al Gore, Klimagipfel, Lima 2014 (Photo: Sabine Minninger)

Du hast gerade Al Gore genannt. Er hat sich die Umwelt auf die Agenda gesetzt, als er merkte, dass es mit der eigenen Präsidentschaft nichts mehr wird.
Al Gore ist super. Eine absolut glaubwürdige Person, die ihr Feld gefunden hat. Der zieht alle Leute in das Thema rein.

Du sprachst davon, Klimaflüchtlinge angemessen behandeln zu müssen. Wie unterscheidet der Umgang mit ihnen sich denn von dem mit politischen Flüchtlingen?
Es gibt keinen UN-Status für Klimaflüchtlinge. Es gibt sie nicht und sie sind nicht anerkannt. Es gab mal eine Klage von einer Privatperson aus dem Südpazifik, einem Mann, der gesagt hat, dass er diesen Status haben möchte, da sein Staat absinken würde, und er so gewährleisten wollte, dass er umsiedeln kann. Defacto gibt es den Status nicht. Der muss ganz schnell demnächst geregelt werden.
Wir fordern intensiv die globale Erwärmung bei unter 2 Grad bis Ende des Jahrhunderts zu halten – aber wir sind schon bei 0,7 Grad! Weitere 0,8 Grad sind bereits eingebaut und unvermeidbar, das heißt wir versuchen zumindest die 2 Grad nicht zu reißen. Wobei die bisher für Paris erwartbaren Zugeständnisse gerade mal für 3-4 Grad reichen werden. Da sagt der UNO-Klimabericht vom letzten Jahr voraus, dass wir Millionen von Klimaflüchtlingen bekommen werden. Die kommen zu den 800.000 Hungernden, die wir gerade haben noch dazu. Die Armut wird sich verschärfen und immer mehr Menschen werden flüchten – es kommt also zu einer Zunahme an unkontrollierten Migrationsströmen. Das müssen wir verhindern, den Menschen muss langfristig geholfen werden. Es gibt im Südpazifik die ersten Umsiedlungsprojekte, auch von Brot für die Welt, wo wir versuchen das sozio-kulturell gerecht anzugehen.

Kein Flüchtlingsstatus bedeutet, dass ich, wenn meine Insel überflutet wurde, also nicht mehr existiert, an eine andere Grenze komme, um was genau zu sagen?
Du kannst nichts sagen. Es wird kriegerische Auseinandersetzungen geben, wenn wir das nicht regeln. Wir sind mit den Menschenrechtsinstitutionen der UNO in Gesprächen hierzu. Ebenso haben wir eine Diskussionsrunde für den Austausch mit dem Auswärtigen Amt sowie dem Entwicklungs- und Umweltministerium, also allen, die irgendetwas mit dem Thema Klimaschäden und klimabedingte Migration zu tun haben werden. Das Auswärtige Amt hat das ganz klar erkannt, Klimawandel und Klimaflüchtlinge stellen ein Problem dar. Die sehen das von der Perspektive der Sicherheitspolitik aus, das Umweltministerium, das sehr bemüht ist, die CO2-Belastungen zu reduzieren, sieht es primär von der ökologischen Perspektive, und das Entwicklungsministerium betrachtet es von der humanitären Katastrophenperspektive her. Wir versuchen zu eruieren, was es bedarf, damit es keine gewaltsamen, keine kriegerischen Auseinandersetzungen geben wird um knapper werdende Ressourcen wie zum Beispiel Wasser.

Der Südpazifik wird umgesiedelt werden müssen. Die US-Delegierten lassen bei den Verhandlungen klar erkennen: Wegen einer Millionen Leute fahren wir doch nicht unsere Wirtschaft runter, dann siedeln wir die lieber um.

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Shrimpfarming, Sundarbarns, Bangladesch (Photo: Sabine Minninger)

Haben sie denn für diese Umsiedlung einen Plan in der Tasche?
Überhaupt nicht. Zu dem Thema „Klimabedingte Schäden und Verluste“ bin ich mit der Chefverhandlerin der USA im Lobbyaustausch, und was da geäußert wird, geht häufig in die gleiche Richtung: „Im Südpazifik bauen wir einfach noch ein paar Mangroven an der Küste hoch und das hält dann das Wasser ab.“ Aber das ist Unsinn und ignorant, die US-gepflanzten Büsche gehen mit den Inseln unter.

So wie die Austernbänke vor New York?
Ja, weil man beim Tsunami 2004 gesehen hat, dass da, wo es Mangroven gab und natürliche Schutzwälle, die Menschen weniger gefährdet waren. Das stimmt natürlich, aber es ist eine Verkennung der Realitäten, wenn man der Meinung ist, dass man Klimawandel und Anstieg der Meere verhindern kann mit Büschen. Nein, das geht nicht mehr. Irgendwann ist Schluss. Zumal Klimawandel ja nicht nur der Wasseranstieg ist. New York konnte mit seinen Austernbänken ja auch nicht den Hurrican Sandy aufhalten, und auch nicht die Wüstenbildung und die Wasserknappheit in Kalifornien. Die Amerikaner bekommen die Auswirkungen nun also auch zu spüren.

Wie gut und flächendeckend ist denn das weltweite Netzwerk hier organisiert und haltbar. Der Aufwand ist ja immens um – was ja zwingend notwendig ist – immer auf dem aktuellen Stand zu sein.
Klimapolitik kann man als Einzelperson nicht machen, das geht nur mit so einem globalen Netzwerk. Unser größtes heißt „Climate Action Network“ und umfasst über 900 Organisationen weltweit, von den Großen wie Greenpeace, Oxfam und WWF bis hin zu Nationalen wie Brot für die Welt. Ich kenne keine anderen zivilgesellschaftlichen Netzwerke, die so effizient arbeiten. Da sind Anwälte, Physiker, Universitäten, Akademiker genauso drin vertreten wie die klassischen NGOs. Die Universitäten haben die Daten, die Think Tanks bereiten die politisch für uns auf – und ich übersetze das dann mit meinen politischen Forderungen für die Regierung, Medien und Bürger.
Was bedeutet der letzte Weltklimabericht nun?
Welche Forderungen müssen wir aus ihm ableiten?
Das macht die Wissenschaft nicht, die muss neutral bleiben. Die sagt: Wenn wir so weiter machen, dann haben wir 4 Grad globale Erwärmung – und wir sagen dann, dass die reichen Länder dann noch mehr Gelder für die Armen zur Verfügung stellen müssen, um die Schäden aufzufangen. Ohne das Netzwerk wären diesen Klimaverhandlungen nicht mehr zu bewerten und kontrollieren.

Wie viel Zeit bedarf es, dass du immer auf dem aktuellen Status bist?
Wir haben eine weltweite Mailingliste und verschiedene Arbeitsgruppen, die die Themen sehr zielgerichtet für unsere gemeinsame Lobbyarbeit aufarbeiten, weil jeder weiß, dass es verschiedene Schlüsselfiguren gibt, wie mich etwa für Brot für die Welt in Deutschland. Ganz ehrlich, ich kenne mich nur in einem Thema sehr gut aus, bei den klimabedingten Schäden und Verlusten. Die ganzen anderen Verhandlungsstränge kann ich kaum verfolgen, aber dafür liefert mir mein Netzwerk die Informationen. Da weiß ich genau, in welche Mails ich schauen muss, um meine täglichen Updates zu bekommen.

Wie eruiert man die klimabedingten Schäden und Verluste denn genau, so dass man sie als Bestandteil einer Agenda für die Klimaverhandlungen integrieren kann? Ist das jetzt, überspitzt gefragt, eine normale Flutwelle oder eine durch Umweltbedingte Defizite?
Das ist eine wunderbare Frage. Ich musste letzte Woche mit Freude feststellen, dass ich im Klima-Olymp angekommen bin: die Klimaskeptiker sind auf mich aufmerksam geworden. Es gibt in Deutschland eine Gruppe mit einer Webseite namens Kalte Sonne und die haben geschrieben, ich sei irre, da ich die Taifune im Südpazifik mit dem Klimawandel in Verbindung bringe, den es ja gar nicht gäbe. Will sagen: selbstverständlich ist man angreifbar, da man niemals sagen kann, welche kurzfristigen Ereignisse dem Klimawandel zuordenbar sind und welche nicht. Wir werden niemals wissen, ob der Taifun jetzt die Folge ist oder nicht, aber wir haben Daten vorliegen, die aussagen, dass der Klimawandel solche Schäden nun häufiger und in einer größeren Intensität verursachen.

Anders ist es mit den schleichenden Entwicklungen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist eindeutig dem Klimawandel zuzurechnen, und auch die generelle Zunahme der Dürren weltweit.

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Saltfarming, Philippinen (Photo: Sabine Minninger)

Eine Summe, wie die 100 Milliarden USD, die ab 2020 jährlich für die internationale Klimafinanzierung bereitgestellt werden sollen, sind ein globales Paket, das man einfach all dem zugewiesen hat – und das man aber jetzt zu erhöhen versucht, da man erkannt hat, dass das schon bei weitem nicht mehr reichen wird?
Das Problem ist, dass diese klimabedingten Schäden und Verluste erst jetzt Gegenstand der Verhandlungen werden, dafür gibt es noch gar keinen Fond. Diese 100 Milliarden US-Dollar ab 2020 sollen zu 50% in Treibhausgaseinsparungen (also in Energiewende in den Entwicklungsländern) und zu 50% in Anpassungen an den Klimawandel gehen. Das Geld ist also für Dämme in Bangladesch oder zum Beispiel für salzresistentes Saatgut, das besser mit Dürren klarkommt. An die Schäden, die ein Taifun angerichtet hat, geht man hingegen noch immer mit Charity-Aufrufen heran. Die USA weigern sich über das Thema finanzielle Kompensation von Klimaschäden zu reden, aber auch Deutschland ist nicht besser: „Ne, ne, kann man nicht zuordnen, und jetzt soll man noch die Schäden begleichen!“

Ende des Jahres findet in Paris der Klimagipfel statt, auf dem das erste globale Klimaabkommen zustande kommen soll, welches das Kyoto Protokoll ablösen wird. Nun wissen wir ja alle, dass letzteres nicht gerade zufrieden stellend war und auch die Umsetzung nicht.
Insofern die Frage: Was steht diesmal auf der Agenda?
Was davon denkst du wird realistisch umgesetzt werden vor Ort, also in die verbindlichen Vertragsmodalitäten kommen – und was wird dann später davon wirklich umgesetzt?
Ich glaube tatsächlich, dass die Politik hier unfähig ist zu bahnbrechenden Ergebnissen zu kommen. Paris wird ein ganz minimal konsensbasierter Vertrag sein, der wenig dem Klima bringt und nur garantiert, dass die Weltdemokratie weiterhin besteht und alle auch zukünftig noch über Klimapolitik reden. Aber Paris wird eine Architektur liefern müssen, darunter geht es nicht, auf der alle fünf Jahre nachverhandelt und weitergeschraubt werden kann.

Der Druck kann nur aus der Bevölkerung kommen, aus der Mobilisierung der Menschen. Sie müssen sehen, dass ihre Eigeninitiative der Schlüssel ist. Das merken gerade selbst die Chinesen: die können sich – wie in vielen Entwicklungsländern – doch draußen im Smog nicht mehr aufhalten. Die Chinesen wollen weg von Kohle, die wollen erneuerbare Energien. Die Katastrophenzunahme bringt die Leute zum umdenken. Wenn Deutschland noch ein paar Sommer hintereinander halb unter Wasser steht, dann wird es auch hier einen Druck auf die Poltik geben, die Energiewende etwas engagierter voranzutreiben. Klimapolitik muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen und darf nicht Grünen Gruppen und der Entwicklungshilfe alleine überlassen werden. Die Politik reagiert nur, wenn der Druck aus der Bevölkerung steigt – siehe Ausstieg nach Fukushima. Die Bundeskanzlerin hatte kurz davor die Laufzeiten der Atomkraftwerke nochmals verlängert, aber danach, als alle auf die Straße gingen, musste sie reagieren. So muss es jetzt auch beim globalen Klimaschutz passieren.

Aber ich bin trotzdem aus mehreren Gründen guter Dinge. Erneuerbare Energien sind so günstig und konkurrenzfähig geworden. Das Argument Kohle sei billig, ist mittlerweile lächerlich, man muss nur den Filz in Deutschland beseitigen, damit CDU und SPD nicht mehr von alten Industrieverflechtungen unter Druck gesetzt werden kann.

Aber mit dem gerade sagst du ja, dass alles, was dir wichtig ist, alles über das wir die letzte Stunde gesprochen haben, es letztlich nicht auf die Agenda und schon gar nicht in einen Vertrag schaffen wird.
Doch, aber alles minimal. Alle haben zumindest erkannt, dass etwas zustande kommen muss, das signalisiert, dass man Klimapolitik noch ernst nehmen kann. Es muss drin stehen, dass man sich noch mal auf das 2-Grad-Ziel verständigt – und es wär auch wichtig, dass die G-7 dieses Ziel noch mal bekräftigt und noch nicht als verloren ausgibt. Zudem hoffe ich, dass die 70-Milliarden-USD-Lücke, die bei der 100-Milliarden-Zusage noch existiert, endlich geschlossen wird, denn bislang sind eben erst 30 Mrd. USD geflossen und so langsam fragt man sich schon, wie die das noch hinkriegen wollen – und klar, eigentlich wollen wir und brauchen wir mehr.

Brot---Kids-Strasse

Straßenkinder, Philippinen (Photo: Sabine Minninger)

 

Ein wichtiger Punkt ist dabei ja der Perspektivenwechsel, also dass wir aus den privilegierten Ländern uns Gedanken machen, um die armen und verletzlichen Staaten. Das funktioniert aber wohl nur aus sehr situierten Verhältnissen, denn ansonsten kommt doch bestimmt immer das Argument, dass man das ja nicht vergleichen kann und der eigene Teller eben doch nicht unmittelbar mit dem in Äthiopien verbunden ist. Oder noch deutlicher: China und Indien schauen natürlich gen Westen und wollen auch das Recht alle Ressourcen erstmal dynamisch anzugehen bevor sie sich um die Armen und Verletzlichen kümmern.
Genau deswegen ist ja das Thema Klimagerechtigkeit so komplex. Wir durften alles aufbrauchen und versauen und jetzt verbieten wir den Entwicklungsländern es, auch eine Industrialisierung anzugehen. So kann es natürlich nicht ablaufen. Klar ist aber auch, das Diktat kommt von ganz oben: das Weltklima erträgt schlichtweg keine Industrialisierung der Entwicklungsländer mehr auf dem Weg, wie wir es gemacht haben, also auf dem fossilen Weg. Sie müssen sofort mit erneuerbaren Energien ihre Industrialisierung angehen. Um das zu ermöglichen müssen die Industrieländer Gelder in so einem hohen Maße bereitstellen, dass private Investoren angezogen werden. Was im Bereich erneuerbare Energien super funktionieren kann: Wenn man Anreize schafft, in China Erneuerbare zu bauen, macht die Industrie es mit Handkuss. Wo es nicht funktioniert ist bei der Anpassung an den Klimawandel. Bangladesch dabei zu unterstützen, seine Staudämme höher zu bauen, regt eben nicht die Weltwirtschaft an, ebenso wenig wenn man Bauern hilft, ihre Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Aber diese Gerechtigkeitsfrage ist ja eben nicht gelöst, da die Industrieländer noch nicht genug Geld auf den Tisch gelegt haben – das ist aber die Bedingung für die Entwicklungsländer um diesen Weg zu gehen.

Brot---Arbeiter-Wasser

Bau einer Biogasanlage, Indien (Photo: Sabine Minninger)

Da wir immer von diesen 2-Grad-Erwärmung reden, und wir schon bei 0,7 bis 0,8 Grad sind – was ist denn eure realistische interne Zahl?
Bei den gezeigten Ambitionen zwischen 3 und 4 Grad. Wenn wir ganz schnell den Peak an Emissionen erreichen, also sagen wir in 15 Jahren, und dann langsam mit dem Abbau anfangen, ist das Ganze noch nicht so kostspielig. Wenn wir aber bis 2070 warten und dann erst den Peak erreichen und Abzubauen beginnen, dann wird es richtig teuer.

Das bedeutet ökonomisch teurer? Das hieße ja aber auch, es sei dann noch machbar?
Ja, machbar schon, aber es bedarf dann viel mehr Anstrengungen, um am Ende bei 2 Grad anzukommen.

Wobei du dann ja auch wieder neue Leute, eine neue Generation überzeugen musst.
Die Sensibilisierungsarbeit muss laufend weiter betrieben werden. Es ist irre, jetzt noch auf fossile Energien zu setzen. Am billigsten ist es jetzt die große Wende einzuläuten.

Was ist denn mit Zukunftsoptimismus? Also dass ein Daniel Düsentrieb uns etwas erfindet, dass alle Probleme beseitigen wird? Die Menschheitsgeschichte kennt ja Wenden entgegen aller Prognosen aufgrund von Erfindungspotential.
Ich weiß, worauf du hinauswillst: Der Klimawandel birgt hohe Chancen in sich, da ambitioniert viel Forschung in Auftrag gegeben wurde – mit dem Ergebnis, dass eine globale Klimawende möglich wäre, das ist ein technologischer Wahnsinn. Ein neues Zeitalter ist durch die Erfindungen angebrochen. In dieser Hinsicht bedarf es gar nicht der ganz großen Änderung des Einzelnen – die Umstellung von Atomkraftstrom auf Strom aus neuen Energien merkt doch keiner dem Strom aus der Dose an -, aber es gibt ein paar Bereiche, wo es keine Innovationen geben wird, wo man sein eigenes Tun ändern muss. Der Flugverkehr ist nicht geregelt, es gibt keinen nachhaltigen Biosprit. Der Fleischkonsum gehört auch dazu, an weniger Fleisch essen führt kein Weg vorbei.

Bundestag (Photo: Sabine Minninger)

Horst Köhler zu den Milleniumszielen im ehemaligen Bundestag, Bonn (Photo: Sabine Minninger)

Hast du mal dran gedacht, in die Politik zu gehen?
Niemals. Es ist natürlich fies das von der Nörglerbank der Kritisierer aus zu sagen, aber ich habe persönlich keinen Gefallen daran. Als Politiker muss man zu einem guten Stück Rampensau sein. Ich möchte mit allem, was ich tue und mache – und Brot für die Welt lässt mir da die Freiheit zu – morgens in den Spiegel schauen können. Es wäre mir peinlich, wenn ich mein Gesicht zu einem Thema in der Presse hätte, mit dem ich mich nicht zu 100% identifizieren könnte. Das kann man als Politiker gar nicht, man muss immer die Kompromisse suchen. Das muss ich nicht, ich kann immer sagen was ich denke und will.

Hat dich denn die andere Seite mal versucht anzulocken?
Das gab es einmal. Die Deutsche Bahn hat mal angerufen. Die regten es an, dass ich mich auf eine Stelle als Umweltmanager bewerben solle, da sie gesehen haben, wie ich gegen die Lufthansa vorgegangen bin und mich politisch für die Besteuerung der Umweltbelastungen im Flugverkehr und eine Entlastung der Bahn eingesetzt habe. Aber ich habe kein Interesse an deutscher Politik, ich mag die Entwicklungszusammenarbeit.

Und jetzt nochmals, gegen Ende unseres Gesprächs gefragt: wie drastisch stellt sich denn jemand, der Tag ein, Tag aus damit zu tun hat die Entwicklung der nächsten 10, 20, 30 Jahre vor? Sitzen wir hier in Deutschland 2030 noch abends draußen auf der Straße wie jetzt?
Ja, das tun wir. Klimaschutz ist eine Zivilisationsstufe, die wir ab jetzt einnehmen. Wir werden zwar ein paar heftige Ereignisse auch hier mitnehmen, aber ich bin zutiefst überzeugt, dass das alle langfristig verstehen werden. Wenn man in den Entwicklungsländern abends unterwegs ist, dann kann man eben nicht mehr draußen sitzen, das ist selbst in einem Land wie Thailand abseits der Strände unmöglich, von Peking, wo es so schlimm ist, dass man keine Lebensqualität mehr hat, mal ganz abgesehen. Diese Umweltauswirkungen werden die Wirtschaftsinteressen irgendwann übersteigen – in China haben die sich bereits so hart auf die Ökonomie niedergeschlagen, dass man selbst dort umdenken muss. Die Klimaverhandlungen sind eigentlich nur zum internationalen Austausch und zur Minimalregelung, der Wandel kommt über die Eigeninitiativen der Länder und die über den Druck der Wähler. Alles muss von Innen kommen.

Das heißt am Ende steht und fällt alles mit Innenpolitik und letztlich mit den Ängsten der Politik vor den Wahlen.
Ja. Für die Entwicklungsländer sind aber die Klimagipfel sehr wichtig, für sie sind das die einzigen Orte, wo sie wirklich gehört werden. Das ist Weltdemokratie.

Brot---Arbeiter-Huette

Bau einer Biogasanlage, Indien(Photo: Sabine Minninger)

Ich lese aktuell ein Buch eines Kriegsreporters, „The Great War of Civilisation“. Sehr deprimierend. Es wird Seite um Seite schlimmer. Und dennoch sitzen dann abends immer die Reporter in einem Hotel zusammen und trinken. Muss man sich so den Umwelttross auch vorstellen und all abendlich im Hotel vorstellen, seufzend über die nächste vergebliche Tagung?
Im übertragenen Sinne ja. Wir müssen uns mit unserem Climate Action Network ja immer selbst motivieren. Bei jedem großen Klimagipfel gibt es, organisiert von den NGOs zwischen den Verhandlungswochen eine große Party, immer am Samstag vor dem freien Sonntag. Da dürfen auch die Verhandler der Länder kommen. Diese Parties sind legendär. Bei so einer Klimaverhandlung sind ja 20.000 Leute, in Durban und Cancun wurde ein Gelände am Strand angemietet, in Warschau und Kopenhagen alte Theater. Da sitzen wir dann zusammen und feiern uns gegenseitig so ab, dass wir in der Woche danach noch mal Lust auf die oft zähen und deprimierenden Verhandlungen bekommen. Wie eine Selbsthilfegruppe fungieren die Parties.
Rein kommt man nur mit der Akkreditierung für den Gipfel, keine Privatpersonen. Mit einem Bier in der Hand kann man in diesem Rahmen auch mal off-the-record mit Verhandlern über den lausigen Prozess lästern. Solche Gespräche finden da statt.

Die Zäune werden dann also weich und man spricht offen mit einander.
Natürlich. Bei der NGO Party erfährt man, was wirklich Sache ist.

Und wie geht man ausgenüchtert damit um?
Absolut professionell.

Auch wenn man weiß, dass der Verhandler eigentlich deine Position teilt, er das aber nie öffentlich zugeben würde?
Auch bei den NGO Parties gibt es gewisse feine Linien: ich habe da keine Lust jetzt mit dem Chefverhandler von Saudi Arabien zusammenzustehen und was aus ihm heraus zu locken. So anbiedern würde ich mich dann nicht. Aber aus den Verhandlungsdelegationen der EU hört man schon mal was, das gibt es schon. Doch man vertraut sich da, was an dem Abend gesagt wird, das gibt man nicht Preis. Im Grunde sagen sie mir auch nichts, was ich nicht wüsste, sie sprechen es nur aus.

Sabine Minninger / Brot für die Welt (Photo: Thomas Venker)

Sabine Minninger / Brot für die Welt (Photo: Thomas Venker)

Noch eine private Frage: Wie lange kann man den Job machen?
Weiß ich nicht. Bis Paris werde ich jetzt Vollgas geben. Nach Paris muss ich mich wieder auf Projekte in den Entwicklungsländern mit den Partnern verlagern und konkret vor Ort sehen, was man machen kann, um mich weiter zu motivieren. Diese Klimaverhandlungen nonstop wie gerade, das kann ich nicht mehr so weiter machen wie die letzten zwei Jahre vor Paris. Beim letzten Gipfel in Lima habe ich zum Ende hin pro Nacht nur noch drei Stunden geschlafen, lag im Pressezentrum auf dem Boden und war am Ende nicht mal mehr im Hotel, so etwas mache ich noch mal in Paris, aber dann muss ich auch mal wieder normal arbeiten, und auch normal schlafen.

Das ist schon ein ziemlicher Überstundenjob, oder?
Ja, aber es macht auch alles Spaß. Es ist nicht mein Arbeitgeber, der mich ausbeutet, sondern ich selbst. Das Netzwerk erfordert halt viel, da wir in allen Zeitzonen Partner haben. Wenn die Japaner mit der Telefonkonferenz dran sind, dann muss man halt um halb zwei Nachts ran. Aber generell ist es ein großes Privileg so eine spannende Arbeit machen zu dürfen. Ich bin für all die Reisen und Begegnungen dankbar, Sachen, die ich sehen durfte, die kein anderer zu sehen bekommt.

 

 

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