Mittwoch, 15.08.2018
Helena Hauff im Gespräch mit Katja Ruge und Thomas Venker

Helena Hauff: „Ich glaube, das ist ein total super Interview“

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Thomas Venker, Helena Hauff und Katja Ruge. Photo: Classic Ruge-Selfie, Barcelona, Juni 2018


Manche Dinge kann man nicht planen, sie müssen einfach passieren. Hätte die Bar des Hotels, in dem Helena Hauff untergebracht ist, nicht bereits um 24 Uhr geschlossen, wir wären bestimmt nicht auf die Idee gekommen, uns mit den gerade noch so ergaunerten Gin Toncis auf diese kleine, gegenüber des Hotels an einer vereinsamten Verkehrskreuzung im Industriegebiet von Barcelona gelegene Grünfläche zu setzen.

Doch nun, mit den Drinks in der Hand und voller Vorfreude auf die Nacht, gibt es keinen besseren Ort auf der ganzen Welt. Die Lichter scheinen so wunderschön orange, wie sie das nur in südlichen Ländern können und ab und an fährt ein Taxi die Straße entlang oder es stolpern ein paar verpeilte Sónar-BesucherInnen vorbei, die den Eingang nicht finden. Ansonsten gehört die Nacht uns ganz allein. In wenigen Stunden wird Helena Hauff die Hauptbühne des Sónar by Night mit „The Smell Of Suds And Steel“ eröffnen, einem Track ihres neuen Albums “Qualm”, doch bevor es soweit ist sprengen wir spontan das klassische Interviewformat als Trio. Spoiler: es wird nicht nur um Musik gehen, sondern auch um Katzen, Käse und Ecken.

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“Qualm”? Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Du hast nach „Qualm“ gefragt und das hörte sich so journalistisch an. Ist das jetzt der Anfang des Interviews? Fangen wir jetzt an?

Thomas Venker: Weiß nicht. Ich finde den Albumtitel einfach so toll: „Qualm”! Meint das auf englisch auch qualmen?

Helena Hauff: Skrupel.

Thomas Venker: Skrupel. Aha.

Katja Ruge: Ein schönes Wort. Selten benutzt. Ich halte jetzt meine Schnauze.

Thomas Venker: Das kann ruhig ein offener Dialog werden.

Helena Hauff: Ja, wir können ja so ein „wir sind alle im Gespräch miteinander“-Interview machen. Das ist interessanter als ein Frage-Antwort-Interview. Das kann zwar auch gut sein, aber manchmal sitzt man da und es wird einfach nur eine Frage nach der anderen gestellt.

Katja Ruge: Gibst du eigentlich gerne Interviews?

Helena Hauff: Manchmal ja und manchmal nicht. Ich mag die Aufmerksamkeit ganz gerne, die man dann bekommt.

Thomas Venker: Echt?

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Weil ich nicht auf Social Media bin, denke ich, dass das mein Weg ist, um was mitzuteilen. Wenn sich jemand die Mühe gibt und sich mit mir zusammensetzt, um mich zu interviewen, dann fühlt sich das auch nicht so komisch an mich zu präsentieren und was von mir zu erzählen.

Thomas Venker: Lustig, dass du das mit der Aufmerksamkeit so wahrnimmst. Du bekommst ja eigentlich extrem viel Aufmerksamkeit bei den Auftritten. Aber das gefällt mir natürlich als Journalist, dass dir Interviews so viel bedeuten, man denkt ja oft, dass sich in Zeiten von Social Media niemand mehr für die eigene Arbeit interessiert. Weil ja alle selbst rausfunken. Es ist schön mal wieder wertgeschätzt zu werden.

Helena Hauff: Ich finde es schön, dass sich jemand die Zeit nimmt. Wenn sie dann interessante Fragen haben oder wenn es ein lustiges Gespräch ist, dann macht es auch Spaß. Manchmal ist dann aber so, dass man denkt … „Ich hab da und da gelesen, dass du… erzähl doch mal“ – da fragt man sich schon: soll ich das jetzt wiederholen?

Katja Ruge: Ich habe zuletzt ja auch vermehrt Interviews gegeben und da geht es immer um dieselben Fragen: Warum fotografierst du soviele Frauen? Was hat es mit „Ladyflash“ auf sich? Ich muss mich dann immer zu diesen Frauenfragen äußern und tue das sehr ungerne, weil ich nicht für andere Frauen sprechen kann. Das finde ich komisch.

Helena Hauff: Das kommt immer auf die Frage an. Manchmal habe ich das auch, dass ich stellvertretend antworten soll. Ich finde es schwierig, dass man immer verglichen wird. Ich lese das auch immer – ich gucke ja manchmal auf Social Media, was so abgeht, nicht oft, aber manchmal. Da finde ich dann so Sachen wie: „Wer ist denn hier die geilste Djane?“

Katja Ruge: Magst du das, wenn man dich so bezeichnet?

Helena Hauff: Ne, ich hasse das Wort. Da werden dann Äpfel mit Beeren verglichen. Die eine macht HipHop, die andere macht Techno und die dritte macht was weiß ich was – und die ist die geilste von den dreien. Aber es hat überhaupt nichts miteinander zu tun.

Katja Ruge: Das kommt bei Frauen so oft vor, dass man mit anderen Frauen verglichen wird. Das ist eine gern gesehene Methode, um etwas aus dir herauszulocken. Das nervt.

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Check in Photo: Katja Ruge

Thomas Venker: Wenn ich mir das Postingverhalten auf Social Media anschauen, frage ich mich sehr oft, inwieweit die Leute den Filter besitzen, um die Unterschiede überhaupt zu kapieren. Um im Feld zu bleiben: Ist den Leuten denn wirklich klar, was die Unterschiede im Sound zwischen den Djs sind über die sie da posten? Die Wahrnehmungsblase Social Media ist so schnell, dass das Finetuning fehlt.

Katja Ruge: Ich werde beispielsweise immer auf mein Björk Bild angesprochen. Leute, es ist von 1992. Das ist solange her. Ich habe da ein Foto mit Ihr gemacht – super, toll, hatte ich Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber wie sie tickt, das kann ich doch zu diesem Zeitpunkt heute gar nicht mehr sagen. Das steht mir auch nicht zu.

Thomas Venker: Ich weiß, was du meinst. Im April habe ich bei zwei Sonos Abende in Berlin zum Thema Bowie moderiert – mit Gudrun Gut, Alison Goldfrapp, Tony Visconti und Michael Rother. Ich habe Bowie 2001 einmal interviewt. Das war zwar ein nachhaltiges Gespräch, aber dann auch nicht so nachhaltig, als dass ich den ganzen Leuten, die danach wissen wollten, wie er in mein Leben gekommen sei und wie die Begegnung in mir nachhalle, was erwidern konnte. Ich habe ihn einmal für 30 Minuten getroffen, daraus kann man doch keine Deutungshochheit ableiten. Aber als ich es relativierte, wurde widersprochen: „Nein, nein, du hast ihn gespürt.“

Katja Ruge: Du hast ihn gespürt. Can you feel it?

Helena Hauff: Hast du Björk auch gespürt?

Katja Ruge: Auf jeden Fall habe ich sie gespürt. „She is still in my system. „

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Music. Photo: Katja Ruge

Thomas Venker: Das resultiert ja aus einem Hierarchiedenken, das wir jetzt nicht haben, aber viele andere denken Kulturen schon in Hierarchien: Björk da, Bowie dort, der da, die dort. So denken wir halt nicht.
Aber zurück zum Albumtitel: Skrupel vor was? Skrupel wie?

Helena Hauff: Was? Ich? Ne! Ich hab keine Skrupel. Ich habe eine Menge Qualm am Start.

Thomas Venker: Also ist der Skrupel doch nur ein vorgetäuschter Qualm.

Helena Hauff: Ich fand das Wort halt einfach so lustig. Es gibt auf dem Album zwei Tracks … hast du es gehört?

Thomas Venker: Ja, ich finde die Platte ganz toll.

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ZEN 253: “Qualm” Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Findest du? Cool. Danke.

Thomas Venker: Die Platte hat eine schöne, sehr passende Dramaturgie. Die Mischung aus kruderen Acidtracks und Ambientstücken stimmt. Es funktioniert als Album, da es eine Erzählstruktur hat.

Helena Hauff: Cool. Und da sind diese zwei Tracks, die eigentlich mehr oder weniger gleich sind – nur der eine ist mit Beats und der andere ohne. Deswegen wollte ich Titel für die beiden, die irgendwie nicht „Part 1“ und „Part 2“ sind, so kam es zu „Qualm“ und„No Qualms“. Ich wollte immer schon mal dieses Wort benutzen. Ich mag Wörter, die im Englischen genauso geschrieben sind wie im Deutschen, aber eben etwas komplett anderes meinen. Auf meiner letzten Platte hatte ich „Gift“, der Klassiker.

Thomas Venker: Ein ziemlich gutes doppeldeutiges Wort.

Helena Hauff: Also dachte ich mir, „okay, was mache ich diesmal?“ Diesmal nehmen wir den Qualm – das passte sehr gut, da es eben Qualm und keine Skrupel meint. Im Englischen wird „No Qualms“ öfters benutzt als „Qualm“, es wird öfter keine Skrupel als Skrupel gesagt. Es ist generell ein sehr selten benutzes Wort im Englischen, aber ich finde es ein sehr witziges und lustiges Wort. Wobei die Qual-Assoziation mit mir auch ein bisschen persönlich ist.

Thomas Venker: Ich musste da sofort an unser erstes Interview denken, wo es ja um das Rauchen beziehungsweise das Nichtrauchendürfen in Clubs ging.

Helena Hauff: Ich mag das Wort und dass es doppeldeutig ist in beiden Sprachen. Das lässt es offen, was man mit dem Titel meint, das finde ich besser.

Thomas Venker: Du gibst dir ja generell Mühe mit den Titeln.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Manchmal brauche ich für die Titel länger als für die Tracks.

Katja Ruge: Weißt du, wie mein Musikpartner Frank Husemann und ich das machen im Studio? Ich habe ja immer etwas zu Essen dabei und wenn wir uns am Schluss fragen, wie wir das neue Stück nennen, dann nimmt man sich eben „Strawberry“ oder „Cheesecake“ oder „Peannuts.“

Helena Hauff: Das ist aber ganz gut. Warum nicht.

Thomas Venker: Euer Debut heißt dann „Fodies“

Helena Hauff: Wie heißt ihr denn als Band?

Katja Ruge: Can Love be Synth.

Helena Hauff: Das hat aber nichts mit Food zu tun. Da müsst ihr aber…
Titel sind ein lustiges Thema. Ich habe mit Terence Fixmer und Umwelt bei einer Party in London da mal drüber geredet. Ich habe sie gefragt, ob sie mal Titel benutzt haben, die sie später total bereuten. Titel sind halt für immer – und manchmal sind die halt nicht so gut. So wichtig sind sie ja auch nicht. Ich kann mir Titel überhaupt nicht merken. Ich kann mir gar nichts merken: keine Namen, keine Titel, eigentlich völlig Banane. Trotzdem möchte ich nicht in zehn Jahren da sitzen und denken: „Oh Gott, wie kam ich denn auf die Idee?“

Thomas Venker: Dazu sind deine Titel ja verspielt genug. Sie tappen nicht in die Falle, dass sie aktuell sein wollen, sondern haben eher ein Storytelling-Moment. Zum Beispiel: „Ebtropy Created You And Me“, „Hyper-Intelligent Genetically Enriched Cyborg“, „The Smell Of Suds And Steel“. (abgelesen)

Helena Hauff: Weiß ich nicht. Vielleicht ist auch der ein oder andere Titel dabei, wo ich in zehn Jahren doch denke….

Thomas Venker: Wie sammelst du die? So ähnlich wie bei Katja aus dem, was so passiert, nur eben nicht aus dem Essen?

Katja Ruge: Ich denke immer nur an Essen.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Manchmal habe ich auch so Katja-Momente, wo der Käse…

Katja Ruge: Ich komme demnächst mal mit einer Käseplatte vorbei.

Helena Hauff: Die Käseplatte!

Thomas Venker: Da war doch kein Käse Titel dabei!

Helena Hauff: Komm, wir machen ne Käse-Platte. Was legst du denn heute auf? Eine Käse-Platte!

Katja Ruge: Ich wurde früher ja auch schon mal damit gehänselt, da halt mein Vater auf dem Wochenmarkt Milchprodukte und Käse verkauft hat.

Helena Hauff: Ach so, das hat einen Background.

Katja Ruge: Ich komme echt bald mal mit einer Platte vorbei.

Helena Hauff: Super, ich liebe Käse. Kennst du den Roten Teufel? Kennt ihr den?

Katja Ruge: Na klar.

Thomas Venker: Was ist denn der Rote Teufel?

Helena Hauff: Ich suche die Käse immer nach Namen aus. Es gibt so einen kleinen Käseladen auf dem Schulterblatt– und da ich keine Ahnung habe, retten mich die lustigen Namen.

Katja Ruge: Ich bin damit groß geworden. Ich habe früher auf dem Wochenenmarkt mitgeholfen. Mit 14 mochte ich keinen Käse. Da hat mein Vater mir immer aufgeschrieben wie er schmeckt: würzig, scharf und was weiß ich, Rohmilch etc. Das habe ich dann auswendig gelernt und in voller Überzeugung vorm Kunden gestanden. Ich habe sie nie probiert, aber die Kunden glaubten mir: „Ha, das Kind hat aber Ahnung.“ Erst mit 17,18 begann ich Käse auch zu mögen.

Helena Hauff: Aber so geschmolzenen Käse mochtest du mit 14 schon, oder?

Katja Ruge: Ne, auch nicht so gerne.

Helena Hauff: Auch nicht so einen geschmolzenen Gouda auf der Pizza?

Katja Ruge: Ne. So Mozzarella ging gerade noch, aber dann war Feierabend .

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Da gibt es so einen genialen Kommentar von einem englischen Fußballer, ich weiß aber leider nicht mehr wie er heißt. Die haben ihn gefragt, was sein Lieblingskäse sei – „melted“. Ich glaube es war ein Fußballer, auf jeden Fall war es aber ein Engländer.

Thomas Venker: Ein echter Connaisseur. Wie Leute, die auf die Frage, welchen Wein sie mögen nur mit der Farbe antworten. Ich hab so einen Italiener bei mir um die Ecke, bei dem Kompakt mal Weihnachtsfeier gemacht haben. Als Wolfgang Voigt vorher das Restaurant ausprobiert hat, fragte er den Betreiber welche Wein sie hätten – der schauts ihn komisch an und antworte: wir haben roten und weißen, die kann man aber auch mischen.

Katja Ruge: Apropo mischen: Tinto de verano finde ich ja immer sehr lecker in Spanien.

Thomas Venker: Das ist gemischter Rotwein?

Katja Ruge: Ja, mit Gaseosa (spanischer Zitronenbrause)

Helena Hauff: Ach du scheiße. Ist dass das mit Cola?

Katja Ruge: Ne, nicht mit Cola, mit so einer gelben Zitronenbrause. Ganz köstlich.

Thomas Venker: Interessantes Update der Berliner Boheme der 1920er Jahre, die haben ja noch Rotwein mit Kokain getrunken.

Helena Hauff: Es gibt ja auch Rotwein mit Cola, das gibt es sogar bereits abgemischt.

Thomas Venker: Das heißt Korea.

Helena Hauff: Ich dachte das heißt kalte Muschi.

Thomas Venker: Entschuldigung?

Helena Hauff: Also ich bin mir ganz sicher, dass ich irgendwann mal auf dem Kiez war …

Katja Ruge: … und du das Wort kalte Muschi gelesen hast?

Helena Hauff: Nein. Ich war in einem Kiosk und hab nach Bier geguckt – und da gab es Cola mit Rotwein. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es kalte Muschi hieß oder irgendwas anderes, was ein bisschen anstößig ist.

Katja Ruge: Wir gehen gleich mal Backstage und machen eine Bar auf.

Thomas Venker: Mal sehen, wer mehr verkauft….
Oh Gott, was krieg ich hier denn eigentlich auf Band?

Helena Hauff: Ich glaube, das ist ein total super Interview.
Weißt du, was ich manchmal schade finde an Interviews? Dass von dem Interviewer so wenig drin steckt. Man kann kein richtiges Gespräch haben, weil die selber ihre Antworten oder ihre Gedanken nicht mit drinne haben wollen.

Katja Ruge: Du hast keinen Fluss. Sondern so Cuts.

Helena Hauff: Ich finde es als Leserin interessanter, wenn man ein richtiges Gespräch hat und beide Gesprächspartnerinnen hören kann. Dass es eben nicht nur um meine Antworten geht.

Thomas Venker: Das hat natürlich auch damit zu tun, dass man sich als Interviewer nicht aufdrängen will. Dass man sich zurück nimmt, da es ja um die andere Person geht. Aber ich weiß, was du meinst: es gibt ja Punkte, wo man sich zurücknehmen kann und andere, wo man…

Helena Hauff: Zurücknehmen ist auch schon richtig, denn natürlich geht es um den Künstler, den man interviewt. Aber für mich als Leser finde ich es spannender ein richtiges Gespräch zu lesen und nicht nur: „Dann war ich im Studio und das hat zwei Monate gedauert…“
Da macht man so Statements, aber dann stehen die für sich. Da sagt man irgendwas was politisches – und dann bleibt das auch so.

Katja Ruge: Das sind dann Aussagen ohne Kontext.

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Skrupel? Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Manchmal versteht man die Antwort des Interviewten nicht, wenn man die Frage des Interviewers nicht liest. Falls das irgendwie Sinn macht.

Thomas Venker: Es hat sicherlich auch damit zu tun, dass sich viele ein richtiges Gespräch gar nicht zutrauen. Sie haben ihre fünf, sechs Fragen …

Katja Ruge: Und man hat ja auch nur eine bestimmte Zeit.

Thomas Venker: Wobei Zeit ja relativ ist. Selbst bei großen Interviews, also bei KünstlerInnen wie Björk beispielsweise, hast du ungefähr 30 Minuten – meistens funktionieren 30 Minuten total gut und sind ausreichend lange. Sie funktionieren nur dann nicht, wenn du die ganze Zeit im Kopf hast, dass sie als Begrenzung da sind.

Helena Hauff: Guck mal, wir sitzen hier bestimmt auch erst seit 30 Minuten und wir haben schon ein total interessantes Interview, was ich gerne so lesen würde. Ich glaube es ist oft die Idee, dass der Leser nur hören will, was der Künstler sagt und deswegen ein solches Gespräch nicht interessant finden würde. Aber bei mir ist es anders.

Katja Ruge: Bei mir auch. Deswegen kaufe ich mir ab und zu auch immer noch die Vogue. Die haben da diese Künstlergespräche.

Thomas Venker: Der Interview Magazin Klassiker

Katja Ruge: Das lese ich super gerne, auch wenn die Leute mir zum Teil gar nicht so bekannt sind. Das ist super spannend, da sie einen Dialog eingehen und sich gut unterhalten – und dann fühle ich mich auch gut unterhalten.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Vielleicht liegt es an der Angst des Interviewers, dass man kein Gespräch hat. Es kann ja total nach hinten losgehen. Stellt dir vor – jetzt mal dich als den Interviewer rausgenommen – Katja und ich würden uns unterhalten und haben uns nichts zu sagen. Dann sitzt der Interviewer da und: scheiße. Katja so: „Ich mach Fotos.“ Und Helena so: „Ich sitz im Studio.“ Das kann gut passieren.

Thomas Venker: Naja, der Job des Interviewers ist dann ja ähnlich wie deiner beim Auflegen. Du kennst das ja auch: du bist irgendwo, wo es nicht sofort funkt – und dann kriegst du es trotzdem hin.

Helena Hauff: Oder nicht. Manchmal vielleicht auch nicht. Aber stimmt schon, dann könnte man als Interviewer immer noch sagen: ich hol mir die Sachen raus und schreib einen fließenden Text drauß.

Thomas Venker: Warum produzierst du eigentlich?

Helena Hauff: Warum?

Thomas Venker: Du musst dir das ja aus deinem Zeitplan abkämpfen – und du produzierst ja echt viel. Da kann man doch die Frage stellen: Warum machst du das?

Helena Hauff: Viel? Mittlerweile nicht mehr.

Thomas Venker: Schon. Neulich die „Have You Been There, Have You Seen It“ Maxi und jetzt schon wieder ein Album.

Katja Ruge: Und dann gibt es noch Sachen auf deinem eigenen Label.

Thomas Venker: Du bist schon in einem fleißigen Modi. Es ist nicht so, dass man denkt: „jetzt ist schon wieder fünf Jahre nichts mehr gekommen“.

Helena Hauff: Also mittlerweile frage ich mich das auch. Warum mache ich das eigentlich? Am Anfang war das so, dass ich da total Bock drauf hatte, mir Synthesizer zu kaufen und das zu lernen. Jetzt ist nicht mehr viel Zeit da. Manchmal muss ich mich echt dazu zwingen ins Studio zu gehen. Das ist manchmal gut, aber manchmal ist es quatschig.

Katja Ruge: Das ist aber normal. Mal kommt was raus – und mal nicht.

Thomas Venker: Du zwingst dich ja wahrscheinlich nicht in einem Zwing-Zwing-Modus, sondern du zwingst dich, da du weißt, dass es dir gut tut. Zumindest ist meine These, dass du auch produzierst, weil …

Helena Hauff: Ich weiß nicht, ob mir das gut tut.

Thomas Venker: Okay.

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Qualm. Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Also ganz ehrlich: ich weiß es nicht. Mit dem Auflegen bin ich mir ganz sicher, das ist etwas, was ich niemals aufhören werde. Beim Produzieren bin ich mir nicht so sicher, ob ich da nicht irgendwann die Schnauze von voll hab. Ich hab irgendwann mal ein Interview mit I-f gelesen – der hat ja früher ganz viel produziert und trotzdem komplett aufgehört damit, legt aber immer noch auf. Der meinte, er habe irgendwann das dringende Bedürfnis nicht mehr gespürt, dass er als jungen Mann hatte, ins Studio zu gehen und da blöde Sachen zu machen.
helena-hauff-24Ich habe dazu auch mal ein Interview mit Iggy Pop gelesen, das war für die BBC und es ging ums Älterwerden im Rock´n´Roll. Da sagte er , dass er die besten Stücke als junger Mann gemacht hat. Er schreibt zwar noch immer Musik, er kann aber nicht mehr so gut sein wie er es mal war.
Es passiert oft, dass die jugendliche Energie zu ganz tollen Sachen führt. Man ist so locker, besitzt diese Power, macht einfach und es kommen ganz tolle Sachen dabei raus. Und dann kommt das klassische dritte Album. Das erste war voller Power und man hat einfach gemacht, dann hat man es auf dem zweiten perfektioniert und beim dritten fragt man sich, ob man es wiederholen solle oder was neues machen. Es wird immer schwieriger. Man will sich nicht wiederholen, aber irgendwann ist man vielleicht leer, kommt nicht mehr mit neuen Energien an den Start.
Ich hab da keine Angst vor, aber ich kann mir vorstellen, dass bei mir irgendwann dieser Punkt erreicht ist, wo ich denke, dass ich aus den Maschinen alles rausgeholt habe. Ich könnte jetzt komplett von vorne anfangen und meine Maschinen verkaufen und neue Maschinen an den Start bringen. Oder einen anderen Weg wählen. Oder mit Leuten zusammen was machen, was ich ja schon gemacht habe. Aber vielleicht ist mit dem Set-Up, was ich jetzt habe, irgendwann Schluss.

Thomas Venker: Das ist interessant, dass du deine Maschinen so herausstellt. Denn das ist das schöne an „Qualm“, man hört sie sofort – ich denke da natürlich dann auch daran, wie du sie mir damals bei dir Zuhause gezeigt hast.
„Qualm“ist ja ein Album geworden, wo nichts kaschiert oder überblendet wird, die Maschinen sind sofort hörbar.

Helena Hauff: Ja! Was ich auch geil finde. Als ich angefangen habe, Musik zu machen, wollte ich unbedingt auf Bunker veröffentlichen. Das war mein Ziel.

Thomas Venker: Nachvollziehbar. Wir alle haben ja Labels, die uns besonders wichtig sind.

Helena Hauff: Genau. Die haben so einen speziellen Sound und so weiter. Mein letztes Album war ja ein bisschen – in Anführungszeichen – poppiger, ein bisschen mehr Synthesizerlastig. Ich wollte mit „Qualm“ wieder zurück zu diesem total verschrobenen, harten, Acid-Bunker-Jam-Sound. Weil das das ist, was ich immer machen wollte. Jetzt hab ich das nochmal gemacht, aber jetzt weiß ich nicht, ob ich es nochmal machen will.

Katja Ruge: Das musst du doch jetzt auch nicht gar nicht wissen.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Genau. Eigentlich muss ich da nicht drüber nachdenken. Aber wenn du mich fragst, warum produzierst du eigentlich, dann weiß ich das auch nicht so genau. Manchmal hab ich Ideen und verspüre dieses I-f Bedürfnis ins Studio zu gehen. Aber so richtig Spaß habe ich nie im Studio, ich bin eigentlich immer gestresst im Studio. Aber ich muss es trotzdem manchmal machen.

Thomas Venker: Echt?

Helena Hauff: Ja. Zum Auflegen hab ich richtig Bock und freu mich drauf , bin total entspannt und drin. Im Studio bin ich eigentlich immer angespannt. Irgendwas in mir will es aber trotzdem tun.
Das letzte Mal als ich ins Studio bin, das war nachdem mein Album fertig war, hatte ich so Lust drauf und so eine krass geile Idee. Dann war da aber so ein Geräusch, das ich nicht wegbekommen habe. Ich weiß nicht, was das war, es muss mein Mixer sein. Diese Scheiße. Ich saß da und hab die Kacke nicht weggekriegt. Das kann doch nicht sein. Der letzte Track davor, den ich für mein Album gemacht habe, der war noch okay. Und dann geh ich wieder an das Ding und da kommt einfach nichts mehr raus. Ich so: „Du Arschloch!“ Ich hab die Vermutung, dass es die Katze war.

Katja Ruge: Die Katze?

Helena Hauff: Ich hab keine Katze, aber, passt auf: mein Nachbar hat eine Katze und die kommt immer zu Besuch. Jeden Nachmittag kommt die reingelaufen und fängt an zu miauzen und legt sich auf den Rücken und will, dass man ihr den Bauch kuschelt. Die hängt stundenlang bei mir in der Wohnung ab. Ich hab die heute fast in der Wohnung eingeschlossen, da ich dachte sie sei wieder draußen. Und da seh ich beim Rausgehen, dass sie sich auf dem Sofa unter ein Kisschen gekuschelt hat – ach du scheiße, ich hab fast die Katze übers Wochenende für drei Tage eingeschlossen.
Die Katze hab die ein paar Mal erwischt, wie sie auf meinen Synties rumgeschlichen ist.

Thomas Venke: Hast du dein Studio immer noch Zuhause?

Helena Hauff: Ich hab das Studio Zuhause, genau. Ich hab sie ein paar Mal draufspringen sehen.

Katja Ruge: Da gibt es ganze Websites zu.

Helena Hauff: Ich weiß, ist auch total süß. Da hat es mich auch geärgert, dass ich nicht auf Instagram bin.

Katja Ruge: Ein tolles Foto : Katze auf dem Synthesizer.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Als ich neulich einen Mix für Dimensions aufgenommen hab lag die Katze die ganze Zeit schlafend neben dem Plattenspieler. Das war ein Ambient-Mix, das heißt, ich hatte nicht so viel zu tun, musste nicht Beatmatchen und so. Ich stand halt so rum, Platte war zu Ende, die nächste wird reingefadet. Also habe ich die Katze gekuschelt.

Katja Ruge: Dann hat sie ja ihren Job cool gemacht. Ich hab das auch, mein Kater legt sich nachts, wenn ich Bilder bearbeite, direkt zwischen Tastatur und Bauch. Er schnurrt und ich muss ihn dann kraulen. Ich liebe das. Ich habe das Gefühl, dass die Bildbearbeitung dadurch besonders gut wird. Eigentlich stresst mich Bildbearbeitung oft total, aber so nicht. Ich will es immer perfekt machen, aber was ist schon perfekt.

Thomas Venker: Ich habe ja Angst vor Katzen. Das kommt daher, dass meine erste Freundin zwei Katzen hatte und die waren echte Kratzkatzen.

Helena Hauff: Du hast Angst vor Katzen?

Thomas Venker: Ich wohne hier in Barcelona bei Freunden, die eine Katze haben – und die heißt Ninja. Als ich das hörte dachte ich nur: Oh Gott! Ich hatte totale Angst vor Ninja! Ich dachte Ninja sei ein Killer. Dann kam ich in die Wohnung und sie kam mit großen Augen auf mich zu, ein pelziges Ding, total weich, die Krallen existierten quasi nicht – und sie breitete sofort die Pfoten zur Umarmung aus. Die liebste Katze. Die mag ich. Meine Freunde lachten sich tot.

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Schichtwechsel. Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Ich habe noch nie gehört, dass jemand Angst vor Katzen hat. Hunde ja, das verstehe ich, die können ja auch echt gefährlich sein.

Thomas Venker: Ich mag Hunde total.

Helena Hauff: Aber wenn du nichts mit denen machst, was sie nicht wollen, kratzen die dich auch nicht. Es kann natürlich mal ne Psychokatze geben.

Katja Ruge: Das ist total süß, weil du dich halt nicht auskennst wie Katzen ticken.

Helena Hauff: Ich dachte gerade du redest von einer Katze.

Katja Ruge: Nicht alles durcheinander bringen jetzt hier. Ich habe gerade einen ganz tollen Katzensitter, da ich sie nicht so lange alleine lassen kann, weil sie schon ein bisschen älter sind. Ich bekomme fast jeden Tag ein Katzenvideo geschickt. Aber einmal am Tag hat mein Kater Inni seine wilden fünf Minuten und dreht völlig durch – und er wusste natürlich nicht, was das bedeutet: „Hallo Katja, ich weiß nicht, was diese Katze macht. Der rennt hier auf und ab. Ich bin ganz verwirrt.“ Er war total beunruhigt und hat mir ein Video mit ganz langem Text geschickt. So rührend.

Helena Hauff: Ich würde auf deine Katzen auch gerne aufpassen, aber ich bin ja immer weg.

Katja Ruge: Du bist ein hoffnungsloser Fall.

Helena Hauff: Ich hab mir so sehr eine Katze gewünscht. Ich war kurz davor zum Tierheim zu fahren und mir eine zu besorgen. Doch dann war da dieser eine Tag, da kam erst eine Katze reingelaufen in unsere Erdgeschosswohnung – „oh, so süß.“ Dann ist sie raus und es kam die zweite, eine schwarze – „oh, wie süß“. Und dann kam die Katze, die jetzt immer kommt, reingelaufen. Das kann doch nicht wahr sein, drei Katzen an einem Abend. Und die blieb dann einfach und kommt jetzt jeden Tag wieder.

Katja Ruge: Katzen haben sich ja selbst vor hundertausenden von Jahren an den Menschen rangemacht. Die haben festgestellt: „Ach, Mensch, da kriegen wir Futter, die kümmern sich, die streicheln uns – das finden wir cool.“

Helena Hauff: Aber ich fütter den ja nicht. Das ist ja nicht mein Kater. Der hat einfach total Bock drauf. Die Tür ist zu, der kommt angelaufen und springt aufs Fensterbrett, kratzt und will rein. Dann kuscheln wir für ein paar Stunden, er geht heim zum Essen und kommt wieder.

Thomas Venker: Spürst du, dass er sich anders verhält, wenn du länger weg warst?

Helena Hauff: Ich wohne ja nicht alleine. Das heißt er kommt dann…

Thomas Venker: Er ist also nicht beleidigt?

Katja Ruge: Wenn ich jetzt wiederkomme, darf ich das Haus für zwei Tage nicht verlassen. Er ist dann so vereinnahmend und will meine volle Aufmerksamkeit – und wenn er sie nicht kriegt, dann ist es schwierig.

Helena Hauff: Für mich ist das perfekt so, ich hab jetzt ne Katze, aber ich muss mich nicht drum kümmern. Wann immer ich will, kann ich weg. Ich muss sie nicht mal füttern, ich muss sie nicht zum Tierarzt bringen. Die kommt einfach und kuschelt und geht wieder.

Thomas Venker: No Strings attached sozusagen.

Helena Hauff: Super geil.

Katja Ruge: Gut gelöst. Ich hab leider eine andere Nummer laufen.

Thomas Venker: Apropo „No strings attached“, das ist ja auch eine Zeile aus dem Song „Free Love“ von Depeche Mode. Wir haben uns neulich im Pudel gesehen nachdem du auf dem Konzert warst. So etwas interessiert dich dann aber nicht als nächste Stufe des Musikmachens?

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Ich bin da zu diy zu. Du hast ja mein Studio gesehen.

Thomas Venker: Naja, Martin Gore hat ja nun auch nicht die beste Stimme.

Helena Hauff: Ach so, singen meinst du.

Thomas Venker: Ich meinte das Arbeiten im Songformat. Weil die Platte hat ja…

Helena Hauff: Ich dachte du meinst ein bisschen poppigere Produktionen.

Thomas Venker: Ne, aber die Platte hat ja ein Narrativ, das viel mit Stimmungsführung zu tun hat. Sie geht schon zum Songhaften hin. An ein, zwei Stellen, könnte man sich vorstellen, dass das noch weiter geht.

Helena Hauff: Das hat beim letzten Album ja ein bisschen stattgefunden, ich habe ja fast gesungen.

Thomas Venker: Ja, fast.

Helena Hauff: Das ist nicht unbedingt was, was mich interessiert.

Thomas Venker: Ich musste da gerade wegen deines Besuchs des Depeche Mode Konzerts dran denken. Martin Gore hat ja viele Stücke, wo…

Helena Hauff: Aber da muss man erstmal eine Stimme wie Martin Gore haben. Oder wie Dave Dingsbums.

Thomas Venker: Dein Namensgedächnis ist echt noch schlechter als meins.

Katja Ruge: Du meinst Dave Gahan.

Helena Hauff: Gaaaahn. Ja. Wie? Ach so. Da muss man erstmal so eine Stimme haben, meinte ich – aber hab ich ja nicht.

Katja Ruge: Weißt du das?

Helena Hauff: Ich hab schon mal gesungen.

Katja Ruge: Auf welcher Platte denn?

Helena Hauff: Children of Leir. So ein bisschen. Ich kann nicht besonders gut singen. Und es ist auch nicht so ne Stimme, die ich mir unbedingt bei elektronischer Musik vorstellen kann. Das machen andere sehr viel besser als ich, das ist nicht mein Feld.

Katja Ruge: Voice Vocoder.

Thomas Venker: Stimmt schon, das wäre vielleicht die falsche Verschiebung. Denn in dem Moment, wo man das macht, sagt man ja quasi auch, man möchte eine andere Form von Präsentation als Figur haben.

Helena Hauff: Dann musst du auch anfangen, Texte zu schreiben. Daran habe ich auch nicht unbedingt Interesse. Bei „Discreet Desires“ habe ich ein bisschen gesungen, aber ich hab mir eine Fake-Sprache ausgedacht. Das war eher ein Gewisper als was anderes. Ich weiß nicht, ich bin keine Songschreiberin. Ich bin halt… weiß ich nicht. Aber ich wäre gerne Dave Gahan.

Thomas Venker: Echt? Lieber als Martin Gore?

Helena Hauff: Ja!

Thomas Venker: Warum?

Helena Hauff: Ich finde den heiß!

Thomas Venker: Dave Gahan?

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Music. Photo: Katja Ruge

 

Katja Ruge: Oh, da fällt mir was ein: Helena, September, Soft Cell, hast du schon mal geguckt, ob du Zeit hast?

Helena Hauff: Ne, hab ich nicht. Wann ist das? Ich hab keine Zeit!

Thomas Venker: Ich hab sowieso keine Zeit …

Katja Ruge: Ich hab halt die zweite Karte noch, wir könnten zusammen zu Soft Cell gehen, letztes Konzert ever.

Thomas Venker: Wann ist das?

Katja Ruge: Sonst kommst du mit, alles klar. Das ist zum Beispiel eine Stimme, die ich… Dave Gahan, okay, klar. Keine Frage, müssen wir nicht drüber reden. Aber Soft Cell, Marc Almond, natürlich auch diese Jacques Brel Geschichten und so weiter.

Helena Hauff: Oh, Jacques Brel, ich liebe Jacques Brel. Aber meine Lieblingsstimme ist ja noch immer Mark E. Smith.

Katja Ruge: Ja, legendär.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Wenn ich irgendwas machen würde, dann das: Ahhhhh. Ahhhhhh. Ahhhhh. Ahhhhhh.

Thomas Venker: Das könnte ich mir ganz gut über Tracks von dir vorstellen. Öhhhhh. Öhhhhh.

Helena Hauff: Die Stimme würde ich natürlich nicht hinkriegen. Aber lallen, das könnte ich ein bisschen. Aber der ist natürlich ein sehr guter Dichter, das bin ich dann nicht. Mit ihm möchte ich mich nicht messen wollen.

Thomas Venker: Ist schon besser so ohne Gesang. Weil es in der Wahrnehmung etwas ganz anderes aufmacht.

Helena Hauff: Das wär was anderes, ja.

Thomas Venker: Und das würde aufs Produzieren einen gewissen Druck ausüben.

Katja Ruge: Ist es okay, wenn ich euch ein bisschen fotografiere?

Thomas Venker: Wahrscheinlich gab es für „Qualm“ mehr Stücke, als die, die auf dem Album drauf sind.

Helena Hauff: Ja.

Thomas Venker: Heißt das, dass du gewisse Stücke mit Hintergedanken produzierst hast, weil du wusstest, dass dir so eins noch fehlt für das Narrativ? Oder hast du am Ende aus den vorliegenden Stücken das Album zusammengestellt?

Helena Hauff: Letzteres. Ich habe mit dem Hintergedanken, ein Album zu machen, gearbeitet. Das heißt, ich habe mir – das klingt sehr komisch –nicht so viele Freiheiten erlaubt, als wenn es nicht für ein Album gewesen wäre. Ich habe in eine bestimmte Richtung gearbeitet. Aber dann kommen manchmal Sachen raus, die man vielleicht nicht benutzt, die aber trotzdem cool sind und die man irgendwann mal für was anderes benutzen möchte. Ich habe so zwei, drei super klassische Electro-Nummern, die super geil sind, die …

Katja Ruge: Oh, ich bin gespannt.

Helena Hauff: Was heißt super geil… also so ein paar Nummern, von denen ich mir vorstellen könnte, dass sie auf dem Dancefloor funktionieren könnten, die es aber nicht auf das Album geschafft haben, da sie doch nicht richtig reinpassen. Ich musste also auch Sachen rauslassen, die ich gerne mag. Ich habe sie mit einer passenden Idee angefangen, aber dann gingen sie in andere Richtungen – und so sind dann halt auch Sachen rausgefallen, von denen ich zuerst dachte, das sei auf jeden Fall ein Albumtrack.

Thomas Venker: Aber das ist gut. Man merkt dem Album diese konzentrierte Auswahl an. Es ist offen und doch geschlossen. Man versteht die Einheit, die da ist als Geschichte.

Helena Hauff: Das ist cool. Wobei die letzte Nummer auf dem Album, oder fast die beiden letzten für mich fast ein bisschen rausfallen. Aber ich dachte mir, das ist schön, wenn es noch so ne leicht andere Kurve nimmt. Zumal sie soundtechnisch, von der Soundqualität und der Textur her passten.

Thomas Venker: Wo ist denn die Ecke, wo mal was anderes war?

Helena Hauff: Die Ecke?

Thomas Venker: Naja, das letzte Stück des Albums trägt doch den Titel „There…“ Meine Güte, mein Gedächnis.

Helena Hauff: Ach so, der letzte, ähm, ähm, „It Was All Fields Around Here When I Was A Kid“

Thomas Venker: Wo ist die Ecke?

Helena Hauff: Welche Ecke?

Thomas Venker: Naja, der Ort.

Helena Hauff: Ach so. Jetzt versteh ich. Das ist der genervte alte Mann, das hat nicht so viel mit mir zu tun. Also: „Da waren überall Felder, als ich klein war!“

Thomas Venker: Ach so, der Nachbar.

Helena Hauff: Das ist gar nicht so romantisch gedacht wie es klingt.

Thomas Venker: Romantisch habe ich das auch nicht gemeint.

 

Helena Hauff: Okay, das habe ich dir jetzt in den Mund gelegt.
Aber das stimmt schon, manchmal läuft man rum und denkt: „Krass, das hat sich ganz schön verändert.“ Vielleicht ist es auch – das kann ich gar nicht sagen, weil ich ja noch so jung bin –, dass man älter wird und plötzlich Veränderungen sieht in der Stadt, die man vor 10 oder 20 Jahren nicht gesehen hat, weil man zu jung war. Es war aber eher grumpy old man.

Thomas Venker: Apropo Veränderung. Bei unserem letzten Interview hast du ja über die Verschwendung in der Nacht geredet. Wie verhält es sich denn damit jetzt, wo eine gewisse Professionalisierung bei dir stattgefunden hat und du jedes Wochenende mehrmals auflegst? Wie hat sich deine Wahrnehmung verändert?

Helena Hauff: Ich leb das natürlich nicht jedesmal.

Thomas Venker: Und was bedeutet das für dein Draufgucken? Dadurch, dass du es eben nicht jedes Mal lebst, nimmst du ja schon eine andere Position ein.

Helena Hauff: Ja. Also der große Unterschied… Wenn ich jetzt zum Beispiel in Amerika spiele – das ist nicht überall so, aber in Boston habe ich zum Beispiel gespielt und da war ab 23 Uhr dicht, weil es ein Sonntag war, am Freitag und Samstag ist dann aber auch schon um 1 Uhr Schluss.

Katja Ruge: What?

Thomas Venker: Und du hast dann wie bei einem Konzert um 8 angefangen?

Helena Hauff: So ungefähr.

Katja Ruge: Kommen die Leute dann wie bei einem Konzert rein?

Helena Hauff: Ne, die kommen rein und versuchen dann das zu tun, was wir in Berlin auch tun. Aber es ist natürlich nicht das, was es ist. Es ist schräg.

Katja Ruge: Die können sich nicht warmlaufen. Wobei, in Uk war es ja auch mal anders.

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a Hauff Photo: Katja Ruge

Thomas Venker: Und nicht nur da, es gibt schon viele Orte mit 3 Uhr Sperrstunde.

Katja Ruge: Für 3 Uhr braucht man dann sogar schon Sondergenehmigungen.

Thomas Venker: Ich verhandel gerade mit einem Venue in San Francisco, wo es darum geht nach einer Performance noch eine Party zu machen – aber die kann dann nur bis 2 Uhr gehen.

Helena Hauff: Das ist in Schweden auch nicht groß anders.

Thomas Venker: Man denkt dann natürlich an die Leute. Man kann doch keine Tickets verkaufen und die haben dann nur zweieinhalb Stunden Dancefloor. Da denkt man dann schwäbisch mitleidend. Das kann man nicht machen.

Helena Hauff: Ich finde es auch schräg. England ist hart – aber die Engländer besaufen sich halt auch so viel und schnell, so dass es eigentlich keinen Unterschied macht. Die gehen direkt nach der Arbeit in den Pub und trinkt fünf Pints innerhalb einer halben Stunden und dann geht das schon. England ist ein Beispiel für ein Land, wo es sehr strikt ist und sich trotzdem nicht ganz so unangenehm anfühlt. Ich merke es als DJ, also als jemand der nicht mit in der Crowd ist – denn dann ist es schon nochmal was anderes – in England weniger als beispielsweise in Boston, dass es zu früh aufhört.

Katja Ruge: Den Leuten wird was ganz wichtiges genommen. Diese Lust am sich verausgaben. Diese Morgenstunden, die eine ganz besondere Stimmung erzeugen. Ich bin müde, aber es ist so geil – und dann geht man über den Punkt drüber. Dieser Punkt gibt einem ja den Kick.

Thomas Venker: Es wird einem das Geheimnis des Unbekannten geraubt. Du weißt ja, dass die Nacht zu einer bestimmten Uhrzeit endet, zu einer Uhrzeit bei der du mit hoherer Wahrscheinlichkeit weißt, was vorher passiert. Wogegen in Berlin oder woanders, wo es open end Momente gibt, auch etwas passieren kann, wo du danach fragst: wie bin ich denn hier gelandet?

Katja Ruge: Aber die haben doch bestimmt auch Afterhours.

Helena Hauff: Natürlich.

Thomas Venker: Aber der Großteil der Menschen ist trotzdem in einem Betrieb drin, der näher dran ist, dass man den Leuten ihren Ausgleich gönnt – aber eben in Regeln. Verschwenden meint ja auch das Brechen von Regeln. Dass man auch mal gegen den eigenen Verstand agiert. Dass man Nachtleben als ein „Ne, jetzt mach ich das mal nicht“ versteht.

Helena Hauff: Dass man sich aus dem Regelfluss rausnimmt und eben nicht immer funktioniert. Dass man mal wilder wird.

Katja Ruge: Man lernt sich in Extremsituationen, beim über Grenzen hinaus gehen besser kennen. Musik ist etwas wunderbares, das sie etwas mit dir macht. Sie tickt andere Dinge bei dir an. Ich kenn das wie gesagt noch aus England, wo um 2 Uhr dann Schluss war. Das hatte damals natürlich noch seinen besonderen Reiz: letzter Track, Hysterie. Das war auch cool, aber im großen und ganzen finde ich es schade, dass den Leuten das genommen wird.

Thomas Venker: Es ist eine Kontrollform.

Helena Hauff: Das ist totale Kontrolle.

Thomas Venker: Wie verhält es sich denn damit, dass die Leute sich auf dich freuen und sich mit dir verschwenden wollen – für dich hingegen ist die Nacht nur eine von vielen.

Helena Hauff: Dass ich nicht da bleibe und mich mit ihnen besaufe? Das ist super schwierig zu sagen, weil es echt von Club zu Club und von Festival zu Festival unterschiedlich ist, wie die Nacht überhaupt aufgebaut ist. Heute hier beim Sonar wurde ich einfach beim Hotel abgesetzt. Da kriegt niemand mit, ob ich mich mit ihnen verschwende oder nicht. Weder der Promoter noch die Crowd ist mit mir, die wissen ja noch nicht mal, wo ich gerade bin.
Der andere Fall – der Pudel Fall sozusagen – ist, dass man die Leute, die einen eingeladen hat kennenlernt und mit ihnen Essen geht und dann zusammen in den Club. Da spricht vielleicht auch mit den Gästen des Clubs.

Katja Ruge: Hat sich das für dich im Pudel eigentlich verändert? Bekommst du da jetzt eine andere Aufmerksamkeit? Ist es jetzt voller, wenn du …

Helena Hauff: … wenn ich auflege? Nicht wirklich.

Thomas Venker: In welcher Taktung spielst du da gerade? Alle zwei oder drei Monate?

Helena Hauff: Selten. Im Sommer spiele ich jetzt gar nicht, weil ich so viel unterwegs bin, dass ich keine Ahnung hab, wann ich da noch spielen soll.

Thomas Venker: Fehlt dir das?

Helena Hauff: Schwierig zu sagen, weil das Ding für zwei Jahre quasi geschlossen war. Man muss erstmal wieder in den Mood reinkommen, dass der Pudel wieder da ist. Ich war in den zwei Jahren so viel unterwegs, dass ich jetzt, wo er wieder aufgemacht hat, nicht wieder in den alten Rhythmus kommen könnte und jede Nacht da abhängen, wie ich es davor gemacht habe.
Wobei ich vor dem Abbrennen auch nicht jeden Monat oder jeden zweiten gespielt habe.
Seit er wieder aufgemacht hat, habe ich glaube ich dreimal da gespielt. Als ich mir dann einen neuen Termin holen wollte, kam das Album und der Sommer – und dann habe ich plötzlich festgestellt: wenn ich mir jetzt noch einen Termin während der Woche im Pudel hole, dann breche ich komplett zusammen. Deswegen habe ich mir den Termin natürlich noch geholt.

helena-hauff-02Ab Oktober und November – da habe ich mir ein bisschen freigenommen –werde ich auf jeden Fall wieder spielen. Unregelmäßig. Es soll mich ja nicht stressen, sondern Spaß machen. Pudel ist kein Job für mich, kein Zwischenstopp. Da will ich richtig da sein und die ganze Nacht mitmachen. Ich will auf jeden Fall den nächsten Tag kein Booking haben. Das ist mir sehr wichtig. Ich habe keine Lust im Pudel zu sagen, dass ich nach Hause gehen muss, da ich einen Flug am nächsten Morgen habe. Ich komm da ja nicht hin und spiele zwei Stunden mein Festivalset.

Thomas Venker: Das wär absurd.

Helena Hauff: Überall anders kann ich das machen. Da spiele ich dann bis 4 Uhr morgens und gehe nach Hause. Im Pudel bin ich dann bis 7 Uhr morgens oder wann immer er zumacht. Wenn ich am nächsten Tag kein Booking haben kann, fallen die Donnerstage schon mal raus. Ich kann also nur am Mittwoch – Dienstag hat er nicht auf und Montag macht keinen Sinn.

Thomas Venker: Dann musst du eben extra dafür eine freie Woche machen.

Helena Hauff: Und genau das mach ich ja: Im Oktober hab ich zwei Wochen frei und im November habe ich mir erstmal den ganzen Monat freigehalten.

Katja Ruge: Ich gehe auch nicht als Job in den Pudel, ich gehe da hin, um wunderbare Menschen zu treffen, die ich im Herzen habe. Da fühlt man sich Zuhause. Nicht dass es nachher noch ein Job wird, Jobs hat man genug.

Thomas Venker: Oder eben auch nicht. Damit mein ich, dass wir alle unsere Hobbies zum Job gemacht haben, es sich aber nicht so anfühlt.

Katja Ruge: Absolut, da bin ich voll bei dir.

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Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Nicht nur im Pudel, sondern überall anders auch.

Thomas Venker: Ich empfinde es noch immer als absurd, dass ich seit 25 Jahren davon lebe, dass ich etwas mit Musik mache, die mich begeistert. Dass das überhaupt geht.

Helena Hauff: Du hast den geilsten Job von uns. Du hörst einfach nur Musik.

Thomas Venker: Naja, das stimmt so natürlich nicht. Eine schöne Schlussthese für das Gespräch. Zum einen höre ich auch sehr viel schlechte Musik…

Helena Hauff: Ich auch.

Katha Ruge: Ich auch. Da sind wir uns alle einig.

Thomas Venker: Und lange hatte ich zuviele Meetings. Das ist das tolle seit ich nicht mehr bei Intro bin, es gibt keine Meetings mehr. Bei Kaput ist Linus und mir ganz wichtig, dass es keine Meetings gibt, sondern blindes Vertrauen. Jeder darf machen, was er will. Keine Vorwürfe. Das empfand ich am normaleren Berufsleben so schlimm – man ist in Räumen mit Menschen, die alle keine Lust haben in dem Raum zu sein.

Katja Ruge: Ich bekomme das bei meinen Kunden ja auch mit, Leute, die so trottig in Konferenzräumen gehen müssen und sich tolle Konzepte überlegen. Ich mag auch nicht so viel erzählen, lieber machen.

Thomas Venker: Ampeln und Meetings sind Lebensverschwendung.

Katja Ruge: Bin voll bei dir.

Thomas Venker: Helena, wie nimmst du denn eigentlich die vielen Fotos und Videos von dir war, die andere ins Netz stellen, gerade da du selbst ja kein Social Media machst. Du bist quasi passiv Teil des komischen Social Media Betriebs. Denkst du über sowas nach, es spielt ja auch eine Rolle in der Zuschreibung, die die Leute mit dir verbinden. Als DJ ist man ja heute ein Bildobjekt, es geht nicht mehr nur um die Sets, sondern auch um das, was stattfindet.

Helena Hauff: Ja. Wahrscheinlich ja.

Katja Ruge: Heute dürfen ja laut Sonar Ansage keine Fotos bei dir gemacht werden. Es hießt bei Diplo, A-Trak und Helena Hauff keine Fotos.

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Done I Photo: Katja Ruge

Helena Hauff: Das ist Quatsch. Aber geil, mit den beiden werde ich in … Das ist mein Standing nämlich, ich bin so Divastyle unterwegs. Keine Fotos! Ich weiß nicht, wo das herkommt. Ich hab nur die Abmachung., dass mein Set nicht aufgenommen wird, weder gefilmt noch recorded – zumindest bis man das vorher nicht mit mir bespricht und ich mein Einverständnis gebe. Fotos sind mir eigentlich relativ egal. Finde ich in Ordnung. Also wenn die ganze Zeit jemand vor mir steht und mit Flash ins Gesicht ballert, mir so richtig nah kommt, dann kann es vielleicht ein bisschen nerven.
Aber ich kann doch nicht jedes Set online haben, dann hab ich ja keine Platten mehr, die ich spielen kann, die noch nie jemand von mir gehört hat. Ich spiele ja nur Platten. Wenn ich einen Monat unterwegs bin, dann habe ich eine Plattentasche und dann spiele ich auch fast jede Nummer, die da drauf ist.

Katja Ruge: Dann würde sich das alles wiederholen.

Thomas Venker: Es macht ja auch Sinn, dass manche Dinge nur für den Moment sind, für die Nacht.

Helena Hauff: Das ist so ein Ding, das ich am Auflegen so toll finde. Es ist diese lustige Kunstform, also wenn man es Kunstform nennen will, die nur für den Moment da ist. Die ist nicht für immer – das Set ist danach einfach weg. Das ist ein Moment, den man mit ganz vielen Menschen zusammen erlebt und dann ist das weg und findet nur noch in der Erinnrung aller anwesenden Menschen statt. Und das finde ich schön.

Katja Ruge: Es muss nicht alles festgehalten werden.

Thomas Venker: Ich lass euch mal alleine. Ich muss mal wohin.

Helena Hauff: Wir müssen uns ja auch mal einen weiteren Drink besorgen. Lasst uns gleich mal rüber zum Sonar fahren. Aber mach mal, pinkel mal an die Wand. Das kommt auf jedem Fall auch ins Interview.

Katja Ruge: Ne, keine Fotos? Schade.

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Done II Photo: Katja Ruge

 

 

Helena Hauff im kaput Videoportrait: 

Helena Hauff in the mix: 

Dekmantel 2017:

Essential Mix 2017:

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