Donnerstag, 27.07.2017
Track´n´Talk

Sankt Otten und N “Massiere die Maschine”

 

 

Dieser Tage erscheint die Albumkollaboration von Sankt Otten und N, wortgewaltig mit “Männerfreundschaften und Metaphysik” betitelt. Die Musik selbst zeigt sich aber viel empfindsamer, wie man in unserer heutigen Trackpremiere von “Massiere die Maschine” hören kann.

Wie kam es zu Eurer Kollaboration?
Stephan Otten: Hellmut Neidhardt, der Musiker hinter N, ist ein geschätzter Kollege bei unserem gemeinsamen Label Denovali. Wir haben auf Festivals bereits diverse Shows zusammen gespielt und so wurde die Idee schon vor Jahren geboren. Im Februar diesen Jahres haben wir es dann endlich geschafft, uns für zwei Tage gemeinsam im Studio einzuschließen.

Was kannst du uns zu “Massiere die Maschine” sagen?
Es basiert, wie auch ein Großteil der übrigen Stücke, auf Live-Aufnahmen und Sessions. Wir haben uns kurz auf Akkorde geeinigt und dann losgelegt. Im Studio stand ein Flügel und Oliver hat dann anschließend zusätzlich etwas hinzu improvisiert. Später haben wir, also Sankt Otten dann noch im stillen Kämmerlein kleinere Overdubs hinzugefügt. Das Stück repräsentiert ganz gut die Mischung aus von unserer Seite eher krautrockigen Einflüssen, mit Hellmuts unverkennbaren Gitarrenwänden.

Wie unterscheidet sich dieses von euren sonstigen Projekten?
Wir hatten ja schon ein komplettes Album mit verschiedenen Gästen gemacht (Messias Maschine, Denovali 2011). Hier hatten wir als Gäste unter anderem Jaki Liebezeit (Can), Ulrich Schnauss, Harald Grosskopf (Klaus Schulze, Ashra) und auch Christoph Clöser von Bohren & der Club of Gore. Diese Stücke basierten auf Aufnahmen, die wir vorproduziert hatten und der entsprechende Gast hat hierzu seinen Teil beigetragen. Die Künstler selbst haben wir teilweise, da sie unter anderem aus den USA kamen, nicht persönlich getroffen, sondern nur Aufnahmen ausgetauscht. Beim aktuellen Album mit N haben wir die Tracks tatsächlich zusammen erarbeitet. Hierdurch haben wir natürlich musikalisch auch viel mehr auf die entsprechende Richtung und Stimmung des Anderen einlassen können. Hellmut ist ein Großmeister des Drone und Noise. Für unsere Verhältnisse ist das bisher unser “sperrigstes” Release geworden, für N vermutlich sein “poppigstes”. Dieses spezielle Mischung macht sicher auch die Qualität des Albums aus.

Was gibt es noch zu erzählen?
Wir haben zusammen nie Musik gemacht, aber die gemeinsame Wellenlänge war ab der ersten Aufnahmeminute da. Es entstanden Aufnahmen von über zwei Stunden, aus denen wir knapp eine Stunde gefiltert haben. Die komplette Session war von unglaublicher Experimentierfreudigkeit geprägt. Bei den Aufnahmen “Am Ende der Fahnenstange” wurde beispielsweise auf das Grundrauschen von Hellmuts Gitarrenamps und Effekten unzählige Spuren aufgeschichtet. Hierzu gehören Harmonium, weitere Gitarren, Synthesizer und ein präpariertes Klavier, bei dem mehrere Ebows die Klavierseiten zum Schwingen und Summen gebracht haben. Aus der Ferne haucht ein Mellotron eine kleine Melodie auf das Rauschen und macht den Titel und den Ausklang des Albums perfekt.

 

 

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