Dienstag, 25.09.2018
JW1R16

Jede Woche ein Rant. Heute… WG-Suche

Aus aktuellem Anlass nehme ich mich einem eigentlich genuinen Jodel-Thema an, aber besondere Zeiten erfordern triviale Rants und WG Suche/Castings/Life ist nunmal auch rantbar af.
Wenn man sich (in Berlin) mal wieder auf den Wohnungs m a r k t schmeißen muss, fühlt es sich an, als würde mein zwölfjähriges Ich versuchen mit Hilfe von Schminke aus der Wendy und zwei Sockenpaaren im BH den hotten Typen aus der Oberstufe zu beeindrucken: Komplett aussichtslos, da ain‘t gonna happen und völlig überflüssig, da der Typ eh nicht so cool sein kann, wären das seine Auswahlkriterien.
Aber ein Dach über dem Kopf braucht man schon (im Gegensatz zu dem Typ) und dafür ist man je nach Verzweiflungsgrad auch bereit, einiges in Kauf zu nehmen. Auf der Abfuck-Skala ist zwischen „Mitbewohner frisst deine Sachen aus dem Kühlschrank“ und „Hey, bei uns ist ein Zimmer frei, denn meine Freundin ist letzten Monat ausgezogen (schnief), wir sind ne lockere Truppe und von Kleidung halten wir nicht so viel, von Privatsphäre und Selbstbestimmungsrecht auch nicht, also wunder dich mal nicht, wenn ich nachts zu dir ins Bett krieche“ ist viel Platz für creep und cringe aller Art.
Derlei krude Anzeigen wie die von Nackt-WGs, fundamentalen/spirituellen, ach, egal: überhaupt Christen, völlig hängengebliebenen Burschenschaftlern und alten Mönnern, die explizit eine junge MitbewohnerIN suchen, um sich EIN ZIMMER zu teilen, bieten zumindest noch einen gewissen Fun (und Ekel) Faktor.
Die Mehrzahl der Anzeigen liest sich jedoch wie die Instastories deiner Freunde und jeder Artikel von Harald Martenstein: immer dieselbe langweilige Scheiße.
In diesen basic Bitch-Annoncen „geht immer alles, aber nichts muss“, die Funktionsweise von Zimmertüren wird erklärt (die kann man nämlich auch mal schließen) und es wird sich in irgendeiner Art auf den Tatort bezogen (man guckt ihn zusammen/ man guckt ihn explizit nicht/ man kann ihn mal zusammen gucken, muss aber auch nicht). Ein Grundmaß an Sauberkeit ist allen wichtig, das ist überraschend, denn in den meisten WGs scheint ein Grundmaß an Dreck den Wohlfühlkonsens darzustellen.

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