Donnerstag, 24.05.2018
Das Echo der Schande

Furcht und Elend in der Berliner Republik

Am 12. April 2018 wurde in Berlin der Echo, der wichtigste deutsche Musikpreis vergeben. In der Kategorie „HipHop Urban National“ siegte Kollegah (aka Felix Blume) mit seinem Buddy Farid Bang. Glückwunsch für diesen Riesen-Erfolg ihres gemeinsamen Kollaboalbums „Jung brutal gutaussehend“! Oder doch, ungleich besser: Glückwunsch für diesen Erfolg? Denn immerhin enthielt das prämierte Album ja die von Farid Bang gerappte Punch-Line „Mein Körper, definierter als von Auschwitz-Insassen.“. Trotzdem hielt es von all den Preisträgern und geladenen Gästen nur Campino, Frontmann der Band Die Toten Hosen, für geboten, wenigstens etwas dagegen zu halten. Gut, einige der anderen Anwesenden buhten, als Kollegah und sein Kollegah anschließend mal eben durch eine auf der Bühne präsentierte Karikatur zeigten, dass sie inhaltliche Kritik auch als Teil ihres martialisch inszenierten Battle-Geposes betrachten und dementsprechend jederzeit bereit sind, den Kritiker zeitnah als Person, hier wohl eher als ,heulende Pussy’ zu dissen.

Schon vor der Verleihung hatte es, leider längst nicht überall, kritische Pressestimmen gegeben und der Ethikrat des Echos fand die äußerst zynische Verhöhnung der Opfer der ,Endlösung der Judenfrage’ nicht wirklich endgeil. Aber einzig Uta Losem, die Vertreterin der gerne als ,Moralapostel’ bezeichneten, ja ebenfalls des Öfteren verhöhnten Katholischen Kirche in diesem Gremium, tat das einzig Richtige: gegen die Zulassung des Albums bei der Verleihung von Deutschlands höchsten Musikpreis zu stimmen.

In diesem Essay wird es um Antisemitismus und den Musikpreis Echo gehen….

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