Freitag, 22.06.2018
JW1R8

Jede Woche ein Rant. Heute… Romantisierte Gewalt

Ich habe neulich aus Versehen einen Film geschaut, der ging in etwa so: In abgelegenen Dorf wohnt junge Frau mit körperlicher Behinderung, die sich von ihrer Familie emanzipieren will und deshalb als Haushaltshilfe bei übellaunigem alleinstehendem Fischer einzieht. Der Film (und das Leben der beiden) besteht dann weiter hauptsächlich aus Szenen, in denen er sie mies behandelt, ach nee, misshandelt: Chronisch aggressiv beschimpft er sie, macht sie klein, schlägt sie, vergewaltigt sie, nimmt ihr das verdiente Geld ab und sie als Person generell nicht für voll.
Er sagt Sätze wie „Erst komme hier ich, dann die Hunde, dann die Hühner und dann du“ oder, wenn sie sich nach dem Sex (lies: Vergewaltigung) an ihn kuscheln will: „Mit sowas fangen wir hier nicht an, sonst steck ich ihn lieber in einen Baum.“ (Kinopublikum lacht)
Ein unnormal stabiles Arschloch also. Normal ist dann aber leider wieder ihre Reaktion: Er meint das nicht so, das war eine Ausnahme, er ist doch *eigentlich* ein Guter, ich brauche ihn ja auch, also bleibt sie bei ihm, erduldet alles, sagt nichts – so weit, so normal, so scheiße.
Offenbar ist in diesem Film pro Protagonist ein lichter Moment vorgesehen: *SIE* hat diesen, als sie ihn nach 20 Jahren verlässt und bei einer Freundin einzieht. (@Regisseur: Wenn du einen guten Film gemacht hättest, wäre sie bei der Freundin wohnen geblieben, hätte sich mit guten Menschen umgeben, viel Wein gesoffen, geraucht, gelesen, geliebt und gefickt und wäre irgendwann gestorben. Da du aber leider einen schlechten Film gedreht hast, lässt sie sich nach 2 Tagen von ihm breit schlagen, wieder zurück zu kommen, weil, er braucht sie ja, erklärt er ihr und schaut ihr tief in die Augen und ist mind. 20 Minuten nicht grausam und zack, da merkt sie, dass sie ihn ja auch braucht, er braucht sie und sie braucht ihn, der Kinosaal seufzt und weint vor Zufriedenheit auf und ich möchte Wein saufen und sterben.)
*ER* hat den lichten Moment dann an ihrem Sterbebett, da bemerkt er dann, huuuuuch, dass er sein ganzes Leben

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