Samstag, 21.04.2018
Linus Volkmann

Schön den Antisemitismus auslagern – Kollegah, ECHO und die Folgen

Es soll hier absolut keine Lanze gebrochen werden für Felix Blume alias Kollegah. Im Gegenteil.
Durch meinen Job als Musikredakteur beim Intro-Magazin bin ich schon früh mit ihm in Berührung gekommen, kann mir sogar auf die Fahnen schreiben, dass ich so circa 2008 verhindert habe, dass er bei dem beliebten Format „Platten vor Gericht“ auftauchte. Einer Rubrik, in der Musiker die aktuellen Alben anderer Künstler bewerten. Der zuständige Praktikant hatte in gewünschter Eigeninitiative Kollegah angefragt. Jener hatte gerade das „Zuhältertape“ veröffentlicht (oder war es „Alphagene“?). Dass man sich hier mit der „Kunst“ eines sexistischen Mackers zu tun hatte, war bereits damals sehr deutlich. Meine Intervention gegen den Vogel ging dann auch völlig reibungslos. Kaum jemand hatte in der Redaktion von Kollegah überhaupt gehört – und der Praktikant dachte sich sicher seinen Teil. Wie rasend uncool humanistisch argumentierende Redakteure sind oder sowas vermutlich. Nun ja, damit konnte ich leben. Ende der Nuller hatte menschenverachtender Gangsta-Rap ohnehin kaum eine Lobby. Das Phänomen Aggro Berlin war nach paar Jahren ethischen Totalschadens verglüht und Haftbefehl hörte man außerhalb des Offenbacher Kiez‘ höchstens ironisch.
Mit den Zehner Jahren gewann HipHop als Jugendkultur dann aber noch mal rapide an Bedeutung und neben den eher hipsterbürgerlichen Emo-Rappern blies sich auch Gangsta-Rap zu ungeahnter Größe auf. Die Devise: Je krasser, je besser.
Schließlich war das Idol, auf das sich alle einigen konnten, Kool Savas. Und der „Pimp-Legionär“ hatte sich nie in jungen Jahren nie zurückgenommen in punkto expliziter Homophobie oder Sexismus. Und hat es ihm geschadet? Menschlich gesehen: Keine Ahnung. Ich hoffe ehrlich gesagt mal ja.

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