Mittwoch, 22.11.2017
DONT – Ein Dialog von Kunst und Musik von Dj Brom, Verena Glup & David Ostrowski

David Ostrowski, Nan Goldin & Galileo Chini

Dont
Am 15. und 16. September wird in der Halle 9 der Leipziger Kirowwerke die Ausstellung von David Ostrowski und Nan Goldin & Galileo Chini (läuft bis zum 17. Oktober) mit einem von Verena Glup, DJ Brom und David Ostrowski zusammengestellten zweitägigen Musikprogramm eröffnet. Das ganze trägt den programmatischen Titel DONT

Verena, Kieran ist ja das zweite Mal, dass ihr nach „One Trick Pony“ mit David Ostrowski kollaboriert und das Musikprogramm zu seiner Ausstellung konzipiert und umsetzt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Kieran: Verena Glup und David Ostrowski haben das Musikprogramm damals für “One Trick Pony” zusammengestellt und mich dazu als DJ eingeladen. Aber kurativ hatte ich da noch keinen Einfluss.

Verena: Das ist das erste Mal, dass Kieran und ich gemeinsam ein Projekt auf die Beine stellen. Wir kennen uns schon länger aus Köln und ich schätze Kierans Musik Know-how sehr.
Vor “One Trick Pony” haben David und ich schon an einem Musikprojekt im Kunstmuseum Düren zusammen gearbeitet, wo Benedikt Frey die Kunst von Michail Pirgelis und David frei nach seinen Vorstellungen interpretierte.

“DONT“ wartet im Vergleich zu „One Trick Pony“ vom musikalischen Programm viel umfangreicher auf – wie kam es zur Entscheidung, gleich ein richtiges Festival zur Ausstellung zu kuratieren?
Kieran: Bei “One Trick Pony” wurde Ludwig Köhne, der Inhaber der Halle 9, auf mich aufmerksam und lud mich zum Auflegen nach Leipzig ein. Die Hallen des Werkes sind beeindruckend und die Abende vor Ort waren sehr lebendig und so kam die Idee auf, dort etwas Größeres auf die Beine zu stellen.
Verena: “DONT” findet zum Spinnereirundgang statt. An zwei Tagen öffnen Galerien und andere Institutionen ihre Pforten auf dem Gelände. Da schien es passend, ein facettenreiches Musikprogramm aufzustellen, das sich an beiden Tagen unterscheidet. Der Samstag ist beispielsweise viel mehr Live Act orientiert.

Inwieweit geht ihr anders an das Booking heran als bei konventionellen Partys? Gibt es für Euch eine definierbare Verbindungslinie zwischen dem Sound und den Ausstellungsbildern – und wie ließe sich diese beschreiben?
David: Mich interessieren gerade Projekte, bei denen ich versuche, spezielle Musik und meine Kunst in den Dialog zu bringen. Es ist eine fast ausweglose Situation, da zwei sehr komplexe Welten aufeinander krachen. Das macht aber auch den Reiz aus. Der DJ soll nicht nur begleitend und willkürlich bei der Eröffnung auflegen, sondern eigenständig seine Kunstform wiedergeben. Solche Projekte verstehe ich als einen Versuch und eine Spielweise, wo man ausprobieren, aber auch Scheitern kann.

Könnt ihr die Djs und Live-Acts, die bei „DONT“ auftreten, kurz verorten und in jeweils einem Satz sagen, warum ihr gerade sie / ihn ausgewählt hast?
Kieran: Von den Acts sind wir selber begeistert, und hatten zum Teil schon vor sie mal einzuladen. Es ist schwer da ein Gesamtfazit zu ziehen, was den Sound betrifft. Wenn ich es grob verorten müsste, würde ich sagen, dass der Freitag mit Abdulla Rashim, Jasss, Phillip Jondo, Sue Lewig, Otheus & Menki etwas Techno/Electro und Wavelastiger wird als der Samstag, wo M.E.S.H., Amnesia Scanner, Coucou Chloe, Stanley Schmidt, DJ OK, Sarah San, Friday Dunard & ich versuchen, moderne Interpretationen diverser Genres zu präsentieren. Erfreulicherweise hatten wir zudem die Möglichkeit, aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis KünstlerInnen zu integrieren, was dann auch etwas Köln/Düsseldorfer local sound mit nach Leipzig bringt.

„DONT“ findet in der Halle 9 des Kirowwerks in Leipzig statt. Hatte die Örtlichkeit auch eine Auswirkung auf die Auswahl der KünstlerInnen?
Verena: Die Halle 9, ein alter Hangar, schafft an sich schon eine Stimmung, bei der einem gewisse Künstler noch viel mehr in den Sinn kommen. Die Einfachheit, Größe und der Charme der Lagerhalle, die riesengroßen Fenster – die Halle hat die ideale Ausgangslage für so ein Projekt und ist prädestiniert für experimentelle Live-Performances wie von Amnesia Scanner oder kompromisslosen Techno wie von Abdulla Rashim. An dem Ort findet das erste mal eine Musikveranstaltung in der Form statt, er ist also noch unbekannt und unvorbelastet. Wir freuen uns, die Acts dort zum ersten Mal zu erleben.
Kieran: Zum Teil schon. Amnesia Scanner konnte ich mir beispielsweise auf Anhieb sehr gut in dieser Location vorstellen aufgrund der räumlichen Situation und den Erfahrungen der vorherigen Abende. DJ’s/Live Acts und Publikum stehen gemeinsam auf einer Empore, die wie ein Balkon mit großer Fensterfront wirkt. Irgendwie habe ich dies im Kopf sofort miteinander verbunden.

Bestehen bereits Pläne für eine weitere Zusammenarbeit mit David Ostrowski?
Verena: Ja, David und ich arbeiten gerade an einem Projekt in Stockholm für voraussichtlich Dezember. Dieses Mal ein Trio: ein Bildhauer, DJ und David’s Bilder.

 

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